Ambulante Pflegedienste in Deutschland

Die ambulanten Pflegedienste in Deutschland

Unterschiede in der Effizienz und deren Ursachen im ambulanten Bereich in Deutschland. Thomas Topf ist Doktorand an der Technischen Universität Dresden und am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden. Dieser Artikel ist ein Auszug aus seiner Dissertation "Zur Effizi-. Es gibt immer mehr pflegebedürftige Menschen in Deutschland, die überwiegend zu Hause versorgt werden. Die Angehörigen tragen die Hauptlast der Pflege.

Betreuung in Deutschland. Einblicke hinter die Kulissen. Hier.

Das Antikorruptionsunternehmen Transparent Internationale Deutschland hat in Bonn seine Untersuchung "Mangel an Offenheit, Missbrauch und Bestechung im Betreuungsbereich " vorzustellen. Die Kritik lautet: zu wenig Offenheit und Kontrollmöglichkeit für die Beteiligten und viele Chancen, die Pflegebedürftigkeit ökonomisch zu nutzen. Natürlich im Kontext des "Sommerlochs" eine große Chance, sich mit schlichten und eindringlichen Worten zu inszenieren und eine ganze Industrie am Beispiel einiger weniger schwarzem Schafen zu in Verruf zu bringen.

Wie viel Verwaltungsarbeit bereits heute im Pflegebereich erforderlich ist, lässt sich an einem kurzen Rückblick ablesen. In der Tat haben alle Vorschriften - und davon gibt es mehr als genug - dafür Sorge getragen, dass die Pflegeindustrie jetzt in einer Flut von Unterlagen versinkt und dass das wichtigste Anliegen, Zeit für die Betroffenen zu haben, von diesen Kontroll- und Dokumentationspflichten in absurder Weise geleitet wird.

Eine gute Betreuung braucht Zeit - Zeit nur und allein für den Pflegebedürftigen! Tägliche Betreuung heißt, für jede Person einen eigenen Hilfsplan zu entwerfen, da jede Person anders ist und auch in anderen Gebieten Hilfe braucht. Fragt man Patientinnen und Patienten oder deren Angehörigen, was gute Betreuung ist, antwortet man meist, dass gute Betreuung neben fachlicher Kompetenz auch mit viel Herzlichkeit, einem Lachen auf den Lippen und netten Worten verbunden sein sollte.

Aber am wichtigsten ist, dass die Schwester Zeit für mich hat! "Guter Schutz" braucht Zeit! Ohne Menschen ist keine Fürsorge möglich! In Wirklichkeit werden die Menschen natürlich immer älter, und die Pflegeversicherung muss für immer mehr Menschen Pflegegelder aufbringen. Hinzu kommt ein ganz konkretes Anliegen: Warum operieren wir heute in der Versorgung - aufgezwungen durch Politiker und Pflegefonds und auch die Furcht vor Veränderungen - ein Verwaltungsaufwand, der die Betreuungskräfte ungeheuer viel Zeit kosten - Zeit, die Ihnen beim Kranken mangelt?

Ob es sich um einen Krankenpflegedienst, ein Altersheim oder ein Spital handelt, dieser große Verwaltungsaufwand, der operiert wird, kommt dem Kranken nicht zugute. Ein einfaches Beispiel: Oder das tägliche Bankgeschäft: Wenn wir wollen, können wir alle über Online-Banking, auch ohne Signatur, Briefmarke und (wenn gewünscht) ohne Papier, Geschäfte tätigen.

Wenn Sie als interessierter Interessent gedacht haben, dass 2013 auch ein Pflegedienst, ein Altersheim oder eine Praxis so unkompliziert im Internet funktionieren könnte, würde ich Ihnen gern den Büroalltag in der Krankenpflege zeigen. Beispiel: Geduldiger Mensch braucht kein eigenes lnsulin, er wohnt allein und ist nicht in der lage, sich dieses Präparat zu spritzen.

Die Hausärztin bzw. der Hausarzt erteilt diesem Kranken ein Rezept für den Pfleger. Eine Pflegekraft geht zum behandelnden Arzt und sammelt dieses Urkunde ein. Die Patientin unterzeichnet diesen Auftrag, der Pflegeservice vervollständigt auch den Auftrag auf der Rückwand (genau wie der Familienarzt auf der Front, d.h. wieder genau gleich), signiert (natürlich 3 Signaturen, alles muss in Ordnung sein) und frankiert den Auftrag auf der Rückwand, ebenso der Familienarzt auf der Front (denn ohne Briefmarke ist der Auftrag natürlich ungültig), dann der Pflegeservice telefaxt den Auftrag an die Krankenversicherung, vervielfältigt den Auftrag für die Datei und sendet dann auch noch das Orginal per Briefpost zurück an die Krankenversicherung.

Dabei wird geprüft, ob alle Signaturen, Briefmarken etc. vorliegen oder ob die Rückwand anders auszufüllen ist. Wenn eine Briefmarke nicht dabei ist, ein einziges Stichwort fällt, bekommt der Pflegeservice den Auftrag zurück, etc. usw. etc. etc. etc.... Dieser Vorgang nimmt pro Auftrag mindestens 20 min. in Anspruch (Telefonat, Anreise, Wartezeiten beim Familienarzt, Anreise zum Arzt, Füllen, Kopieren, Telefaxen, Mitnehmen zur Post), pro Auftrag pro Auftrag und pro Person!

In meinem mittleren Ambulanzservice heißt das einen Verwaltungsaufwand von 80-160 Stunden pro Tag, oder vereinfacht gesagt, einen Halbtags- oder Vollzeitjob für eine Krankenschwester, die nicht beim Patient sein kann. Mit anderen Worten, analog zum Online-Banking stehen der Krankenversicherung alle Informationen auf elektronischem Wege zur Verfügung! Nun müssen aber auch der vom Krankenpflegedienst signierte Leistungsschein des Pflegebedürftigen und ggf. die Zustimmung der Krankenversicherung (der Schrägleser vermutet es bereits, natürlich alles im Orginal, abgestempelt, unterschrieben uvm. ) an die entsprechende Abrechnungsstelle gesandt werden.

Stundensatz einer Krankenschwester (Gehalt und Sozialversicherungsbeiträge): 20 Euro pro Stunde für Verwaltungsaufgaben pro Kalenderwoche = 400 Euro pro Jahr = 20. 800 Euro pro Kalenderwoche für 10 Krankenkassen/Buchhaltungszentren (da diese Ausgaben auch dort von der örtlichen Verwaltung verwaltet werden) = 208. 000 Euro pro Jahr für 12. 500 Pflegeleistungen in Deutschland.

Gleiches gilt: Für Ausgaben ohne Leistungen von 2.620.800.000 (2,6 Mrd. ) gibt es Kalkulationen des grössten Software-Anbieters für Pflegeleistungen, die gar von einer Summe von über 5 Mrd. ausgehen. Lösungsansätze: Wenn Politiker und Pflegeversicherungen die von Ihnen immer wieder angesprochene Branche wirklich schätzen und ihnen trauen, dann können Sie diesen Wörtern mit konkreten Maßnahmen nachgehen, bei denen die Branche Sie von unnötiger Verwaltung befreit.

Dies würde die Fähigkeit freisetzen, den Pflegebedürftigen bestmöglich zu versorgen und auch die eigentliche Tätigkeit der Krankenkasse vor Ort zu bewerten und nicht zu überprüfen, ob die Unterlagen korrekt sind. Seit dem Start im Jahr 2010 kümmert sich der Verfasser im Zuge der Strategieausrichtung, der Unternehmensführung und der Mitarbeiterentwicklung um einen eigenen Ambulanzdienst.

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