Behindertengerechtes Bauen

Barrierefrei bauen oder umbauen

Behindertengerechtes Bauen ist natürlich einfacher zu realisieren, wenn dies direkt bei einem Neubau eingeplant wird. Aber auch nachträglich sind viele Erleichterungen für ältere oder behinderte Menschen in Bereich des behindertengerechten Wohnens machbar. Selbst wenn man als Mieter bereits in einer gemieteten Wohnung lebt, besteht häufig die Möglichkeit das eigene Heim entsprechend umzubauen. Der Vermieter ist in vielen Fällen verpflichtet, einem Umbau zu einer behindertengerechten Wohnung zuzustimmen, um seinem Mieter die Nutzung der Wohnung weiterhin ermöglichen zu können.

Barrierefrei auch als Mieter leben

Wohnen im Alter

Seit dem Jahre 2001 benötigt der Mieter zwar immer noch die Zustimmung seines Vermieters, wenn er Umbauten an dem Mietobjekt vornehmen möchte, doch der Vermieter darf nur noch in seltenen Fällen behindertengerechtes Bauen oder Umbauen verweigern. Nur wenn andere Interessen überwiegen, ist es möglich, die Zustimmung zu verwehren. Dabei gilt der Anspruch des Mieters auch für die in seinem Haushalt lebenden Personen. Als Voraussetzung für einen derartigen Umbau und die Einwilligung des Vermieters ist eine dauerhafte körperliche oder auch in einigen Bereichen geistige Behinderung erforderlich, dafür ist aber nicht einmal ein Schwerbehindertenausweis nötig. Es ist auch egal, ob die Behinderung durch das Alter, eine Krankheit oder einen Unfall eingetreten ist, damit der Vermieter seine Zustimmung geben muss.

Soll nur innerhalb einer Mietwohnung umgebaut werden, wird ein Mieter in den weitaus häufigsten Fällen seinen Wunsch nach einem Umbau durchführen können. Dabei werden nicht nur Kleinigkeiten durch behindertengerechtes Bauen realisiert, sondern es können beispielsweise Türen verbreitert werden und Badewannen gegen barrierefreie Duschen ausgetauscht werden. Auch Stufen, die zum Beispiel zum Balkon führen können reduziert oder gänzlich abgebaut werden. Behindertengerechtes Bauen innerhalb der gemeinschaftlich genutzten Bereiche wie dem Treppenhaus oder dem Eingangsbereich kann durch den Vermieter aber weiterhin verweigert werden. Auch der Einbau eines Treppenlifts oder einer Rampe auf der gemeinsam genutzten Treppe wird mit einem Hinweis auf die Interessen der anderen Mieter normalerweise verweigert werden.

Wohnberater hilft bei der Planung

Ob als Mieter oder Hausbesitzer, es ist immer wichtig und spart auch Geld, wenn man sich im Vorfeld umfassend von einem Wohnberater für behindertengerechtes Bauen beraten lässt. Der Wohnberater kennt die Bedingungen für staatliche oder andere Förderungen, die für behindertengerechtes und barrierefreies Bauen beantragt werden können. Alle Förderungen, auch die von der KFW-Bank können nur gewährt werden, wenn der Antrag darauf vor dem Beginn einer Maßnahme vorliegt. Genauso verhält es sich bei der Förderung für betreutes Wohnen, wenn man dies vielleicht in den umgebauten Räumen realisieren möchte. Verschiedene Wohnformen für Senioren können mit einer guten Förderung leichter durchgeführt werden.

Für altersgerechtes Wohnen sind Immobilien ebenfalls schwer zu finden. In einer herkömmlichen Wohnung wird die häusliche Pflege stark erschwert. Allein das Waschen des Pflegebedürftigen in einem altmodischen Badezimmer ist ein Kraftakt für den Pflegenden und für den Behinderten oft eine Tortur. Gerade behindertengerechtes Bauen bei einem Neubau oder bei einer Eigentumswohnung kann sich neben der Erleichterung für den behinderten Bewohner auch in wirtschaftlicher Hinsicht lohnen. Der Wert der Immobilie wird durch diese Wohnraumanpassungen in der Regel erheblich gesteigert.

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