Demenz Alter

Alter der Demenz

Die Demenz tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Alkoholmissbrauch, d.h. zu viel Vergiftung über viele Jahre, kann ebenso zu Demenz führen wie eine Infektion. Das Alter und das Altern werden immer mehr zum Thema, nicht nur im negativen, sondern auch im positiven Sinne.

Plötzlich wird das "dritte Zeitalter" interessant, weil es die Mehrheit der Bevölkerung erreichen wird. Da die Lebenserwartung in den westlichen Ländern steigt, nimmt die Inzidenz von Demenz dramatisch zu.

Wer ist im Alter von Demenz betroffen?

Durch die steigende Lebensdauer in den alten Bundesländern nimmt die Inzidenz von Demenz zu. Daher ist die Erarbeitung von effizienten Massnahmen zur Prävention und Behandlung von Demenz eine der grössten Aufgaben der Humanmedizin des 21. Jahrhunderts. Vorrangiges Ziel der Forschungsarbeiten ist ein verbessertes VerstÃ?ndnis der MolekÃ?lmechanismen der Demenz und die Erforschung von neuen Biomarkern fÃ?r die FrÃ?herkennung.

Hauptziel ist es, Sequenz-Varianten im Humangenom zu erkennen, die mit einem höheren Demenzrisiko verbunden sind. Durch die Identifizierung von neuen Sequenz-Varianten sollen neue Moleküle und molekulare Wirkmechanismen als Angriffspunkte für die Vorbeugung und Behandlung von Demenz entdeckt werden. Demenzkranke werden in den kommenden 30 Jahren voraussichtlich 260.000 sein.

Derzeit gibt es in der Bundesrepublik rund 1,5 Millionen Demenzerkrankte, bis 2050 werden es rund 3 Millionen sein. Häufigste Demenzarten sind die Alzheimer-Demenz (AD) (60-80%), die Gefäßdemenz (VaD) (10-25%) und die Lewy-Körperdemenz (LBD) (7-25%). Mischformen mit gefäß- und neuronalen Bestandteilen sind üblich. Der Enddiagnostik liegen histopathologische Befunde zugrunde.

Gefäßveränderungen in der Herzinsuffizienz wirken sich oft auf die kleinen Hirngefäße aus (Mikroangiopathie). Microangiopathie ist auch eine häufigste Erscheinung beim normalen Altern des Hirns oder bei gewissen Arten von Bluthochdruck. Ein fortschreitender kognitiver Zusammenbruch der Demenz hat innerhalb weniger Jahre zur Folge, dass die Betroffenen pflegebedürftig werden und sterben. Laut "World-Alzheimer-Bericht 2010: The global economy effect of dementia" werden rund 1% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts für die Versorgung von AD-Patienten ausgenutzt.

Das Entstehen einer Demenz setzt Jahre, wenn nicht sogar Dekaden vor der klinischen Diagnosestellung ein (Abb.1). Im ersten Schritt beeinflussen erbliche Veranlagung und Umgebung oder lebensstilbedingte Risiken das Hirn, aber seine Strukturen und Funktionen erscheinen unversehrt. Im zweiten, vorklinischen Stadium kommt es zu ersten subtilen funktionellen und strukturellen Änderungen, die nur mit aufwändigen Kognitionstests oder mit Hilfe der Kernspintomographie nachgewiesen werden können.

Nur in der dritten Stufe kann die Diagnostik der Demenz anhand von diagnostischen Gesichtspunkten erfolgen. Präklinisch demente Menschen müssen von solchen mit altersbedingter kognitiver Beeinträchtigung abgrenzt werden. Zwar sind monogenetisch geprägte, frühere Erscheinungsformen (Manifestation vor dem 65. Lebensjahr) der Erkrankung bekannt, die meisten (>95%) weisen jedoch keine klassische Vererbung nach dem Muster von Alzheimer auf.

Bei den 65- bis 69-Jährigen beträgt die Frequenz dieser sporadisch auftretenden Erkrankungen etwa 1% und steigt dann mit zunehmendem Alter an. In den monogenetisch, auto-somal dominanten Erbformen wurden in den frühen 1990er Jahren drei Gene (APP-Amyloid-Vorläuferprotein, die Bestandteil von Y-Sekretasen sind, nämlich die Gene Psen-1 und PSEN-2-Presenilin-2) mit kausalen Veränderungen gefunden.

Wie wichtig die genetischen Ursachen in vereinzelten Fällen sind, lässt sich anhand des so genannten Erblichkeitsindex abschätzen. Dies zeigt den Prozentsatz der phenotypischen Schwankungen in der Population, in diesem Falle die Anfälligkeit für Demenz, die durch die genetischen Unterschiede erklärt werden kann. Alzheimer ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der sowohl die genetischen als auch die Umwelteinflüsse in Wechselwirkung zueinander zur Erscheinung kommen.

Abgesehen vom Alter sind weibliches Sexualleben, geringe Bildung, Tabakkonsum, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit die bedeutendsten Faktoren für Demenz. Stärkster und häufigster (Allelhäufigkeit ca. 14%) genetischer Faktor für sporadisch auftretende Erkrankungen ist das APOE4-Allel. In Europa steigt mit Hilfe von AD4 das Entwicklungsrisiko bei Heterozucker und 10 bis 15 Mal bei Homozygote, basierend auf dem häufigsten (Allelhäufigkeit um 79%) APOE3-Allel.

Das Durchschnittsalter, in dem sich Alzheimer manifestiert, verlagert sich ebenfalls von 84 auf 68 Jahre Die Vereinigung ist bei asiatischen Menschen größer (Odds Ratio(OR)=30) und bei afrikanischen Menschen kleiner (OR=5) als bei Deutschen. Bei der Normalbevölkerung ist es mit einem schnelleren Rückgang der Kognition, insbesondere im Gedächtnishirn, und mit dem Alterungsprozess im Allgemeinen verbunden.

Interessant ist, dass die Ergebnisse zeigen, dass die kognitive Leistungsfähigkeit von APÖ4 in jungem Alter verbessert werden kann, was auf einen antagonistischen pleiotropischen Effekt hindeutet (nützlich in der Entwicklungsphase, gesundheitsschädlich für das Altern des Gehirns). 1 ) Hypothesenbasierte Untersuchungen erforschen Sequenz-Varianten (derzeit vor allem einzelne Nukleotid-Polymorphismen, SNPs) in Kandidaten-Genen oder -Bereichen des Genoms, während 2) hypothesenfreie oder genomweite Untersuchungen Sequenz-Varianten über das ganze Erbgut hinweg in Relation zu der jeweiligen Erbkrankheit erforscht werden.

In vielen der teilnehmenden Jahrgänge liegen daher standardisierte Längsschnittdaten zur Hirnfunktion und Hirnstruktur bei älteren Menschen vor, die über Jahre und Dekaden vor der Erscheinungsform der Demenz erhoben wurden. Mit diesen Angaben eröffnet sich auch die Chance, die genetischen Variationen in Relation zu subklinischen Änderungen im Gehirn zu ergründen. Ungeachtet ihres Erfolgs konnten GWAS-Studien nur einen Teil der Erblichkeit von Demenz und verwandten Phänomenen aufklären.

Allerdings ist die Genarchitektur der ANZEIGE aufwendig. Ein weiterer wichtiger Fortschritt inGWAS-Studien ist die Erforschung von subklinischen oder altersbedingten Änderungen im Hirn. Die kognitiven Fähigkeiten in Bereichen wie z. B. Erinnerung oder Exekutivfunktionen, aber auch (mikro)strukturelle Änderungen im Hirn, die mittels Kernspintomographie detektiert und gemessen werden können, werden hier aufgezeichnet. Seit 2008 wurden zahlreiche solcher GWAS-Studien von großen Verbünden wie z. B. dem Institut für Neurologie der Universität Freiburg oder dem Institut für Neurochirurgie (ENIGMA) publiziert und leisten einen Beitrag zum verbesserten Verstehen der Vorgänge der Hirnalterung und Demenzentstehung in der Vorklinik.

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