Pflege von Angehörigen

Betreuung von Angehörigen

Mit wahnsinnigen Verwandten umgehen: Zum Einfluß gesellschaftlicher Differenzen - Dieter Karrer Niemand weiss besser als die Menschen selbst, was es heißt, sich um einen an Demenz erkrankten Verwandten zu kümmern. Das vorliegende Werk will den Betreffenden eine eigene Sprache sprechen und ihre Erfahrung aufzeigen. Auf den ersten Blick mögen diese Erlebnisse ganz persönlich erscheinen. Doch auf den zweiten Blick gibt es eine bestimmte Ordnung von Unterschieden, die verdeutlicht, dass die "Pflege eines wahnsinnigen Verwandten" je nach Stellung im gesellschaftlichen Umfeld etwas anderes sein kann.

Es geht nicht nur um Demenzkranke und ihre Angehörigen. Sie ist auch ein Werk über die Alltagslogik der sozialen Differenzen.

Zu berücksichtigende Aspekte

Der Großteil aller pflegebedürftiger Menschen will so lange wie möglich in den eigenen vier Mauern leben. Keiner will sein Haus verlassen und in eine Einrichtung ziehen. In der häuslichen Krankenpflege werden sie oft von Angehörigen betreut. Es wird auf fachliche Betreuung verzichtet oder es werden nur gelegentlich Berufsschwestern als Betreuer hinzugezogen.

Die Angehörigen von hilfsbedürftigen Menschen können sich eine Berufsschwester nicht erlauben und bemühen sich, sie im täglichen Leben - in der Regel neben ihrem Job und ihrer eigenen Familien - allein zu versorgen. Es ist daher für die Angehörigen besonders wichtig zu wissen, welche Aufgabenstellungen und Anforderungen die Heimpflege mit sich bringen. Sie sollten sich daher vorab umfassend informieren, sich Rat holen und sorgfältig überlegen, ob die erforderlichen Pflegemaßnahmen von ihnen allein durchführbar sind.

Ob Verwandte den Ansprüchen der Heimpflege gewachsen sind, hängt in erster Linie von ihrer eigenen psychischen und physischen Situation ab. - Wagt es das Familienmitglied, sich um ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu kümmern? Sind die Pflegemaßnahmen überhaupt umsetzbar? So muss sich das betreuende Familienmitglied bei einer Demenzerkrankung beispielsweise an spezielle Pflegebedürfnisse anpassen.

Massnahmen zur Wohnumfeldverbesserung werden durch den Staat, die Unfall- oder die Pflegeversicherung mitfinanziert. Zu diesem Zweck erhalten die Pflegebedürftigen und damit auch die Verwandten einen finanziellen Beistand. Rehabilitationsmaßnahmen sollten auch dann ergriffen werden, wenn sie den Zustand der Pflegebedürftigen verbessern können. Entscheidend für die Förderung in der Versorgung ist die Bewerbung und Erkennung des Versorgungsgrades.

Sind Verwandte und Betreuer der Ansicht, dass die Klassifizierung nicht dem Grad der Behinderung entspreche, kann gegen die Klassifizierung Einspruch einlegt werden. Selbstverständlich darf die Finanzlage nicht ignoriert werden. Muß das Familienmitglied seinen Berufsstand für die Krankenpflege abgeben? Von wem werden die Rentenbeiträge gezahlt, wenn sich ein Verwandter für die Betreuung ausspricht?

Außerdem muss die wirtschaftliche Lage der zu betreuenden Personen überprüft werden. - Wurde eine Freistellung von der Selbstbeteiligung für das Medikament gefordert und wie hoch ist das Betreuungsgeld? Zu diesem Zweck gibt es zahlreiche Beratungszentren von öffentlichen und kirchlichen Institutionen, in denen die Mitglieder der Gemeinschaft kostenlose Beratung und Unterstützung durch Experten erhalten. Notwendige Hilfsmittel für die zu betreuende Personen müssen nicht von den Verwandten erworben werden, sondern können über die Krankenkassen angefordert oder als Pflegemittel angefordert werden.

Dazu zählen Rollstuhl, Elektrorollstuhl, Toilettenstuhl, Rollstuhl und Krankenpflegebett sowie Treppenlift oder Hausnotruf. - Wird eine professionelle Pflegedienstleistung als Support genutzt? - Gibt es vielleicht andere Verwandte, die die Betreuung für Sie erledigen können? - Kann man die Betreuung psychologisch und körperlich steuern? - Wie viel Zeit - pro Tag oder pro Kalenderwoche - muss investiert werden, um der betreffenden Personen zu dienen?

  • Wie viel Unterstützung braucht der fürsorgliche Mensch? Dabei kann ein Betreuungskurs Abhilfe schaffen, der über Betreuungsdienste und Pflegeversicherungen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Die Angehörigen werden in diesen Seminaren fachlich ausgebildet und können sich mit anderen Menschen in einer vergleichbaren Lage über ihre Erfahrung und Problematik auseinandersetzen.

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