Pflege von Angehörigen

Betreuung von Angehörigen

Betreuung von Verwandten Alle Mitarbeiter können die maximale 10-tägige Kurzzeitpflegezeit (sog. Kurzzeitarbeitsprävention) in akuten Fällen mit dem Pflegegeld in Anspruch nehmen - auch in sehr kleinen Betrieben. Es bedarf keiner vorherigen Genehmigung durch den Auftraggeber, es ist jedoch selbstverständlich, dass das Unternehmen unverzüglich informiert werden muss. Eine ärztliche Bescheinigung über die Notwendigkeit der Pflege ist auf Anfrage vorzulegen.

Der Zuschuss von rund 90 % des Nettolohns - als Ausgleich für den Gehaltsverlust - wird bei der Pflegeversicherung des betreuungsbedürftigen Familienangehörigen beantrag. Mitarbeiter in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten haben ein Anrecht auf Krankenpflege. Dabei wird unterschieden zwischen einem teilweisen oder vollständigen, unbezahlten Urlaub von drei Monaten zur Begleitung einer sterbenden Person (zu Haus oder in einem Hospize o. ä.) und einer maximalen sechsmonatigen Betreuungszeit für Angehörige mit einer Pflege auf Stufe 1 im häuslichen Umfeld.

Auch für die Betreuung von minderjährigen nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld oder außerhalb des Hauses gibt es einen Leistungsanspruch von bis zu sechs Monate. Während der Betreuungszeit ist der Arbeitgeber mindestens zehn Tage im Voraus über die Dauer und den Geltungsbereich der Befreiung zu informieren und die Notwendigkeit der Betreuung nachzuweisen. Ein zinsloser Kredit kann beim BAföG für die Dauer der Betreuung beansprucht werden, der binnen 48 Monate zurückzuzahlen ist.

Bei Unternehmen mit bis zu 15 Beschäftigten gibt es keinen rechtlichen Anreiz; in diesem Falle muss ggf. eine Einzelvereinbarung mit dem Auftraggeber abgeschlossen werden. Unternehmen mit mehr als 25 Beschäftigten haben bis zu 24 Monate Pflege. In diesem Falle muss der Auftraggeber mindestens acht Wochen vorher in schriftlicher Form unterrichten. Hier steht ebenfalls ein zinsfreier Kredit des Bundesamtes für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFzA) zur Verfügung.

Verwandte (wenn sie überhaupt existieren) sind nicht immer in der Lage, schwer kranke Menschen in ihren vergangenen Tagen und Monaten zu betreuen. In Pflegeheimen oder Krankenhäusern gibt es in der Regel kein Pflegepersonal für die Sterbenden. Aber mit dem Krankenhaus- und Palliativ-Gesetz (HPG) wird die Betreuung der Sterbenden zum expliziten Betreuungsauftrag der Pflegeversicherung.

Pflegeeinrichtungen sollen ab jetzt Kooperationsvereinbarungen mit Allgemeinmedizinern, Spezialisten und Hospiz-Dienstleistern unterzeichnen. Der finanzielle Anreiz für die Mediziner und die Pflicht der Häuser wirken bereits: Während im vergangenen Jahr als Familienmitglied ein Elternteil zum Sterben von einem Ambulanzhospiz dienst begleitet werden musste, wird dieser nun tatkräftig geboten oder "verschrieben".

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