Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftigkeitskapitel 3.9 Der Anstieg der Anzahl der Hochbetagten und die damit einhergehende Erhöhung chronischer Erkrankungen lässt uns davon ausgehen, dass der Pflegebedarf in der Bundesrepublik immer häufiger wird. Durch die Einführung der Sozial- und Privatpflegeversicherung durch das Pflegeversicherungsgesetz als eigenständige fünfte Säule der Sozialversicherungen wurden die Pflegeleistungen für Pflegebedürftige und deren Finanzierungen umstrukturiert.

Das Angebot wurde schrittweise eingeführt: Die Deckung der wirtschaftlichen Gefahren des Pflegefalles umfasst nicht nur die Definition der Leistung, sondern auch die soziale Definition des Begriffes "Pflegebedürftigkeit" und die verfahrenstechnische Festlegung der sozialärztlichen Beurteilung des Pflegebedarfs durch den Med.

"Pflegebedürftige " sind nach dem PflegVG "Personen, die aufgrund einer körperlichen, psychischen oder psychischen Erkrankung oder Invalidität dauerhaft für die üblichen und regelmäßig anfallenden Arbeiten im Alltag verantwortlich sind.... brauchen in beträchtlichem oder höherem Maße Hilfe". Danach werden Zuwendungen nur gewährt, wenn eine Erkrankung oder Invalidität besteht und im Alltag zusätzliche Einschränkungen vorliegen, die auf Krankheitsvorgänge zurückzuführen sind und eine bestimmte Zeitdauer und Intensität haben.

Die Pflege-VG schreibt auch vor, dass "übliche und regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten des täglichen Lebens" die Bereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität und häusliche Wirtschaftsversorgung zu begreifen sind. Der Pflegebedarf in den einzelnen Stadien ist nur vorhanden, wenn zumindest ein Gebiet der Autarkie beeinträchtigt ist, d.h. Körperpflege, Ernährung oder Mobilität.

Hilfsbedürftigkeit bei der häuslichen Bereitstellung allein rechtfertigt keine Pflegebedürftigkeit. wesentlich pflegebedürftige (Stufe I) Menschen, die zumindest einmal täglich mit zumindest zwei Leistungen in den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität der Assistenz, dazu mehrmals wöchentlich bei der häuslichen Wirtschaftsversorgung, schwerste Pflegebedürftigkeit (Stufe III) Menschen, die rund um die Uhr zu versorgen sind.

Die Krankenkasse entscheidet, ob und inwieweit eine pflegebedürftige Personen pflegebedürftig sind und ob Maßnahmen zur Beseitigung, Verminderung oder Verhinderung einer Verschlechterung der Pflegebedürftigkeit geeignet sind. Das wird auch in der medizinischen Wiedereingliederung berücksichtigt, die klar vor der Versorgung steht. Krankenpflegeversicherung bietet folgende Unterstützung für die häusliche Pflege:

Sachbezüge, Pflegezuschüsse für selbst verschaffte Pflegehilfsmittel (vgl. Tab. 3.9.1). Es ist auch möglich, Bar- und Sachbezüge zu kombinieren. Bildunterschrift: Krankenpflegeversicherungsgesetz. Bei besonders schweren Fällen können die Errungenschaften in der Betreuungsstufe 3. 800 DEM auf bis zu 3. 750 DEM erhöht werden. Pflegeersatz: Ist die häusliche Pflegekraft aufgrund von Ferien, Krankheiten oder anderen Gründen nicht anwesend, kann ein Pflegeersatz für maximal vier Wochen pro Jahr beantragt werden.

Pflegehilfen und Hilfsmittel im Haushalt: Um die Krankenpflege zu erleichtern oder die selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen zu erleichtern, können beispielsweise Sonderbetten oder Zuschüsse für pflegerische Umbaumaßnahmen beansprucht werden. Zur Unterstützung oder Einweisung des Pflegepersonals zu Hause und zur Verbesserung der Pflegequalität werden von den Pflegeversicherungen kostenlose Kurse angeboten.

Tag- und Nachtpflege: Wenn die häusliche Betreuung nicht angemessen gewährleistet werden kann, können Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen eine Tages- oder Nachtbetreuung anbieten. Der Aufwand ist abhängig von der Pflegephase und beträgt bei wesentlichem Pflegebedarf bis zu 750 DEM, bei schwerem Pflegebedarf bis zu 1.500 DEM und bei schwerstpflegebedürftigen bis zu 2.100 DEM.

Kurzzeitversorgung: Ist weder eine häusliche noch eine teilstationäre Versorgung vorübergehend möglich, kann der Pflegebedürftige maximal vierwöchig in einer Einrichtung der Kurzzeitversorgung betreut werden. Sozialversicherung für Pflegekräfte: Die Krankenpflegeversicherung leistet für rund 500.000 Pflegekräfte Beiträge zur gesetzlich vorgeschriebenen Altersvorsorge. Ist eine häusliche oder teilstationäre Versorgung nicht möglich oder aufgrund der Besonderheiten des Einzelfalls ausgeschlossen, besteht seit dem 1.7.1996 ein Recht auf Versorgung in vollstationären Anlagen.

Wenn ein ungewöhnlich großer und umfangreicher Betreuungsaufwand notwendig ist, können die Krankenkassen in Ausnahmefällen Ausgaben bis zu 3.300 DEM übernehmen. Für vollstationäre Behinderteneinrichtungen, in denen berufliche/soziale Integration, Schulbildung oder Kindererziehung im Mittelpunkt steht, gilt ein besonderer Leitfaden. Es handelt sich nicht um eine Pflegeeinrichtung nach dem Krankenpflegeversicherungsgesetz. Der Pflegeversicherer übernimmt 10 % der nach dem Bundessozialhilfegesetz festgelegten Eigenheimzulage, in diesen Fällen jedoch höchstens 500 DEM pro Monat. 2.

Zum Jahresende 1996 haben mehr als 1,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik eine Krankenpflegeversicherung erhalten. Etwa 1,26 Millionen Menschen wurden ambulant und rund 470.000 im stationären Sektor betreut; 50.000 Menschen wurden in vollstationären Institutionen betreut. Fast 100.000 Patienten sind ambulant und 40.000 stationär in der gesetzlichen Krankenpflegeversicherung versichert.

2,1% der Bevölkerung waren Ende 1996 in der Bundesrepublik regelmäßig pflegebedürftig. Von diesen wohnte 1,5% in privaten Haushalten und 0,6% in stationären Anlagen. 2,8% aller erwerbstätigen Männer und 1,3% aller erwerbstätigen Männer waren pflegebedürftig. Zum Jahresende 1996 erhielten fast 1,55 Millionen Menschen Sozialleistungen in der Krankenpflege. 69 % der Pflegebedürftigen waren weiblich und 31 % männlich. Die Pflegebedürftigen benötigen mit 40% bzw. 43% die überwiegenden Teilleistungen nach den Pflegestadien 1 und 2, d.h. sie sind auf ein- bis dreifache Hilfeleistung pro Tag angewiesen. 2.

Lediglich 17% der Pflegebedürftigen benötigen eine Betreuung rund um die Uhr. Abb. 3.9. 1 stellt die Aufteilung der Leistungsempfänger auf die verschiedenen Versorgungsstufen für die stationäre und stationäre Versorgung dar. 2. Erwartungsgemäß sind die Pflegebedürftigen in privaten Haushalten weniger pflegebedürftig als in stationären Anlagen. Natürlich ist ein deutlicher und stetiger Anstieg des Pflegebedarfs in den höheren Altersgruppen zu verzeichnen.

So sind nach pflegebedürftigen Studien immerhin 63% aller Einwohner stationärer Altenpflegeeinrichtungen nach dem Pflegegesetz pflegebedürftig. Hinsichtlich der Schwere der Pflegebedürftigkeit dominiert in den Betreuungseinrichtungen die höhere Pflegebedürftigkeit: 42% der Begünstigten waren nach der Pflegestufe 2 und 29% nach der Pflegestufe 3 in der zweiten Jahreshälfte 1996 pflegebedürftig. Die Alterstruktur der Pflegebedürftigen ist je nach Art der Einrichtung unterschiedlich.

Der überwiegende Teil der Pflegebedürftigen in Einrichtungen für Behinderte gehört den 18- bis 39-Jährigen, in den Einrichtungen für ältere Menschen sind es Menschen über 80 Jahre. Auch die Pflegesituation der Pflegebedürftigen in privaten Haushalten in der Bundesrepublik wird maßgeblich von ihren Angehörigen mitbestimmt. Mit 77% der Pflegebedürftigen kümmert sich eine pflegebedürftige Person um die häusliche Betreuung (siehe auch Tab. 3.9. 2), mit weiteren 14% sind mehrere Menschen aus dem familiären, freundschaftlichen oder nachbarschaftlichen Umfeld miteinbezogen.

Lediglich etwa jeder zehnte Pflegebedürftige in privaten Haushalten erhält keine Unterstützung durch die Gastfamilie (Schneekloth; Potthoff[1993]). Obwohl fast jeder Pflegebedürftige angibt, dass er von einem Familienarzt versorgt wird, erhält nur jeder Vierte regelmäßige Besuche, d.h. zumindest einer pro Wochentermin. Ein Angebot durch ambulant erbrachte Leistungen beansprucht nur jeden dritten Pflegebedürftigen.

Die Erbringung von Rehabilitationsleistungen . Nur 28% der Pflegebedürftigen bekommen eine regelmäßige Physiotherapie. Das Prinzip "Rehabilitation geht vor Pflege" muss selbstverständlich noch in Zukunft durch ein genügendes ambulantes Rehabilitationsangebot aufbereitet und deren Nachfrage gestärkt werden. Die Versorgungsinfrastruktur in den vergangenen Jahren hat sich in der Bundesrepublik erheblich gebessert.

Im Jahr 1991 gab es nur 100 Tages- und 223 Kurzzeiteinrichtungen und 4.000 (1992) Ambulanzdienste für Pflegebedürftige. Zum Jahresende 1996 gab es über 6.000 Tages- und Kurzzeiteinrichtungen und über 1.000 Ambulanzen. Viele Pflegebedürftige können mit diesem Service länger in ihrer vertrauten Umwelt betreut werden und die Betreuung in einem Haus unterlassen.

Ein Teil der Betreuungsleistungen, die von den stationären und stationären Pflegediensten geleistet wurden, wurde vor Einführung der Sozialversicherung durch die vorhandenen Sozialversicherungssysteme erstattet. Zu den beiden bedeutendsten gehören die gesetzlichen Krankenkassen und die Unterstützung nach dem BSSG. Zudem gibt es weitere Kostenträger für Betreuungsleistungen, die aber in jedem Fall nur für einen kleinen Anteil des Betreuungsbedarfs verantwortlich sind.

Die Gesamtausgaben für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung beliefen sich 1996 auf rund 20 Mrd. DEM (vgl. auch Tabelle 3.9.3). Die Pflegekasse verfügte aufgrund der verzögerten Einführung der zweiten Etappe zur Jahresmitte 1996 über Mittel in Höhe von 6,4 Milliarden Mark; sie stieg bis Ende 1996 auf 7,9 Milliarden Mark.

Durch die Einführung der Krankenpflegeversicherung sind die Aufwendungen für die Sozialleistungen spürbar gesunken. Die Sozialleistungen im Rahmen der Förderung werden nach Schätzungen im Jahr 1997 um 10 bis 11 Mrd. DEM erleichtert. Die Pflegebedürftigkeit vieler Menschen ist nicht mehr von der sozialen Fürsorge abhängig. Das Sozialhilfesystem verbleibt jedoch als letzte Sicherheitsnetz aufrechterhalten, wenn die Leistung der Krankenpflegeversicherung nicht ausreicht und der Pflegebedürftige nicht über ausreichende eigene Mittel verfügt.

Durch die Einführung der Krankenpflegeversicherung wurde das Thema Fehlbelegung in Krankenhäusern wieder aufgriffen. Durch eine intakte Versorgungsinfrastruktur für den ambulanten und stationären Bereich können Fehlbesetzungen verhindert und geschätzte Kosten von 2,7 Milliarden Mark erspart werden. Daher wurde auch das Krankenhausfinanzierungsrecht zusammen mit der Instandhaltungs-VG geändert: Ab 1.7. 1996 sollten Krankenhäuser sofort mit dem Rückbau oder der Umverteilung falsch belegter Pflegebetten anfangen.

Bundesfamilienministerium [1993]: Erster Seniorenbericht: Die Wohnsituation älterer Menschen in der Bundesrepublik Österreich . A. 1994: Pflegebedürftige nach dem Pflegeversicherungsgesetz: Pflegekosten. Im: Dock 76 , S. 723 bis 731. RÃckert, W.[1995]: Pflegedienste: Darin: Dock 77 , S. 121 bis 128 u. a.: Menschen, die zu Hause Unterstützung und Betreuung benötigen: Abschlussbericht zur repräsentativen Befragung im Rahmen des Forschungsprojekts "Möglichkeiten und Grenzen des selbständigen Lebens in Institutionen".

Schlneekloth, U.; Potsdamer, P.[1993]: Hilfs- und Pflegebedürftige in Privathaushalten . Zweiter Teil: Sozialhilfeempfängernachweis 1993 - Bundesrepublik Österreich.

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