Pflegebedürftigkeit

Betreuungsbedürfnisse und Pflegestufen

Erfahren Sie hier, wann Pflegebedarf besteht und welche Herausforderungen Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen haben. Anders als in Amerika, wo der Begriff Senior auch für Erfahrung und Kompetenz steht, wird das Alter in Deutschland oft mit Krankheit und Pflegebedürftigkeit gleichgesetzt. Grundvoraussetzung für den Bezug von Leistungen der Pflegeversicherung ist die Ermittlung des Pflegebedarfs. Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss der Pflegebedürftige zunächst einen Antrag bei der Pflegekasse stellen. Der Pflegebedürftige im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes ist im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) genau definiert.

Pflegebedarf und Pflegestufe

Der Pflegebedarf und der daraus entstehende Betreuungsaufwand für eine Person wird von der Pflegeversicherung festgelegt, die den ärztlichen Service der Krankenkasse mit einem korrespondierenden Sachverständigengutachten beauftrag. Zur Ermittlung des Pflegebedarfs wird von einem Fachmann die Zeit für die erforderliche Betreuung eines Patienten minutiös nachvollzogen. Krankenpflege besteht zum einen aus der körperlichen Betreuung, die die Bereitstellung von Nahrung, Betreuung und Beweglichkeit sowie die Erhaltung der häuslichen Ökonomie umfasst, in der der Betreuungsbedürftige sich aufhält.

Auch in den beiden ersten Jahren (1995-96) der Krankenpflegeversicherung war die Bestimmung der Pflegezeit noch sehr unterschiedlich und persönlich, da es keinen Bewertungsmaßstab für die Bewertung gab. Es wurde also nur festgestellt, wie lange eine Pflegezeit dauerte, was es auch ermöglichte, die Notwendigkeit der Versorgung "künstlich zu glätten".

Bereits seit 1997 wird anhand einheitlicher Leitlinien der Zeitbedarf eines durchschnittlichen, gesunden Laien in mittlerem Alter für die Durchführung der Versorgung nach einer "Einarbeitungsphase" ermittelt, um die Pflegeberichte einsehen und miteinander abgleichen zu können. Im Jahr 2009 wurde der Pflegebericht mit den neuen Bewertungsrichtlinien weiter spezifiziert. Zusätzlich zu den Betreuungszeiten für z.B. eine Körperwäsche wird nun auch das Vorgehen zur Ermittlung des Pflegebedarfs bei der Anfertigung eines Pflegeberichts mitberücksichtigt.

Zum anderen aber auch, um den einzelnen Fall oder den pflegerischen Haushalt - unabhängig von der Statistik - bei der Bestimmung des Pflegebedarfs besser einbeziehen zu können. Gibt es z.B. in einem Pflegeheim keine Treppen, kann kein Zeitaufwand für die Krankenpflege ermittelt werden. Sind die Treppen dagegen besonders lang und schroff, ist der Pflegeaufwand noch höher.

Im Pflegebericht ist die "Pflegestufe" der bedeutendste Teilbegriff. Die Betreuungsstufen richten sich nach der vom Fachmann festgelegten Betreuungsdauer, aber auch nach der Pflegeart. Der Evaluator bestimmt z.B., ob Freiwillige oder Angehörige die Versorgung übernehmen können oder ob diese von qualifiziertem Personal vorgenommen werden muss und ob die Versorgung überhaupt als ambulanter oder, noch besser, teilstationärer oder auch vollstationärer Patient erfolgt.

In § 14 Abs. 1 Satz 1 Satz 1 SGB II ist der generelle Versorgungsbedarf festgelegt, nach dem eine seelische, mentale oder physische Erkrankung oder Invalidität dazu führt, dass regelmäßige und meist auftretende Aktivitäten für einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten nicht selbstständig und ohne fremde Unterstützung ausgeübt werden können. In der Pflegephase wird entschieden, ob und in welcher Höhe eine Leistung aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erzielbar ist.

Welche Pflegeebene erzielt wird, hängt von der oben beschriebenen Zeitaufwandermittlung ab. Man unterscheidet zwischen "Grundversorgung", die Körperhygiene, Beweglichkeit und Nahrung umfasst, und Hausarbeit. Ein Pflegestatus besteht, sobald eine gewisse Zeit für die gesamte Pflege benötigt wird. Hausarbeit wird jedoch nur bis zu einer Höchstdauer von 59 min pro Tag angerechnet, um eine zusätzliche Anforderung an die Grundversorgung zu erfüllen, wenn sie auf einer übergeordneten Versorgungsstufe eingestuft wird, da die in der Hausarbeit entstehenden Aktivitäten von der Versorgungsstufe abhängt.

Pflegeniveau 1 heißt "erheblicher Pflegebedarf", d.h. die Grundversorgung muss mind. 46minütig sein. Wird die " Versorgungsstufe 2 " überschritten, geht der Gesetzgeber davon aus, dass die für die häusliche Tätigkeit maximal erforderliche Zeit bereits überschritten ist, während mehr als 2 Std. pro Tag in die Grundversorgung zu investieren sind.

Der Pflegestatus 2 ist daher bereits als "hoher Pflegebedarf" bezeichnet. "Der " größte Pflegebedarf " befindet sich in der "Pflegestufe III", wo mehr als vier Arbeitsstunden pro Tag für die Grundversorgung aufzubringen sind. Das heißt, der Patient mit Behandlungsstufe 3 ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen.

In besonderen Härtefällen kann die Krankenpflegekasse neben dem Pflegebetrag und vor allem der vollstationären Versorgung zusätzliche Sacheinlagen bereitstellen. In der Umgangssprache gibt es auch eine "Pflegestufe 0", die für Menschen gilt, deren durchschnittlicher Pflegeaufwand nicht ausreicht, um die "Pflegestufe I" zu erlangen, die aber trotzdem pflegebedürftig sind. Für pflegebedürftige Menschen, die nicht unmittelbar pflegebedürftig sind, z.B. für die individuelle Körperhygiene, werden auch für die Pflegeebene 0 gesetzliche Pflegeleistungen erstattet.

Der Pflegezuschuss für die einzelnen Versorgungsstufen wird nach den sogenannten Leistungsprinzipien errechnet. Damit die Leistung nicht über das absolut Notwendige hinaus gewährt werden muss, kann die Einordnung in eine Betreuungsstufe auch auf einen Dreijahreszeitraum begrenzt werden, wenn nach dem Pflegegutachten mit einer Reduzierung des Pflegebedarfs zu rechnen ist ( 33 StGB XI).

Vor der Erbringung von Betreuungsleistungen muss die Rehabilitations- und Präventionsmöglichkeit erschöpft sein, um das Entstehen eines Pflegebedarfs zu vermeiden oder zu bewältigen ( 5 SVB II muss unter gewissen Voraussetzungen von rechtlich anerkannten Rehabilitationsanbietern bereitgestellt werden (§ 6 und § 32 SVB II). Lässt sich das Auftreten von Pflegebedarf jedoch nicht vermeiden, hat die Ambulanz den Vorzug.

Dabei ist es auch von Bedeutung zu wissen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Pflegeversicherung keine Vollkaskoversicherung ist, sondern nur den Status einer Nachversicherung hat. Darüber hinaus sind alle Zuwendungen, mit Ausnahmen spezieller Pflegekurse und technischer Hilfsmittel, so geplant, dass sich die Ausgabenentwicklung in einem Rahmen bewegt und die Beitragshöhe konstant bleibt. Deshalb wird, wie zu Beginn bereits gesagt, der Zusatzabschluss einer Privatpflegeversicherung dringlich empfohlen, da die gesetzlich vorgeschriebene Krankenpflegeversicherung nur eine Grundversicherung für die Krankenpflege ist, die nicht alle erforderlichen und aussagekräftigen Pflegedienstleistungen abdeckt.

In der häuslichen Krankenpflege kann der Betreute selbst eine Pflegekraft wählen oder einen stationären Krankenpflegedienst in Anspruch nehmen, für den ein monatlicher Pflegezuschuss ausbezahlt wird. Erlaubt ist auch eine Verknüpfung der freiwilligen Betreuung durch z.B. Angehörige mit einem gewerblichen Krankenpflegedienst sowie die teilstationäre Betreuung, sofern eine vollständig stationäre Betreuung nicht erforderlich ist.

Gegenwärtig werden rund zwei Drittel aller betreuungsbedürftigen Menschen ambulant betreut, weshalb ein guter Preis auch bei stationärer Versorgung (auch durch Angehörige) den Pflegezuschuss zahlen sollte.

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