Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftigkeit

Entwicklung des Pflegebedarfs im Saarland. Das Betreuungsangebot und die Leistungen der Pflegekasse richten sich nach dem Pflegebedarf einer Person. Der Ausgangspunkt ist daher die Beurteilung des Pflegebedarfs und die Zuweisung eines Pflegegrades. Die Pflegebedürftigkeit hängt oft von verschiedenen Faktoren ab. Durch die Beeinflussung von Risiken und die Aktivierung von Ressourcen kann die Entwicklung von Pflegebedürfnissen verzögert, reduziert oder sogar vermieden werden.

Aktuelles und Zukünftiges

Fast ein Viertel der Menschen in der Bundesrepublik sind inzwischen über sechzig Jahre alt und stellen damit eine feste Größe in unserer Gemeinschaft dar. Anders als in den USA, wo der Ausdruck seniorenhaft auch für Erfahrungen und Kompetenzen steht, wird das Lebensalter in der Bundesrepublik oft mit Krankheiten und Pflegebedarf gleichgestellt. In der Altersgruppe zwischen sechzig und achtzig Jahren sind nur 4% der Älteren betreuungsbedürftig.

Selbst nach dem 80. Geburtstag ist die Mehrheit der Menschen gesund und wohnt selbstständig, aber der Anteil der betreuungsbedürftigen Menschen erhöht sich auf 32% ( www.bmgesundheit. de). Es ist daher nicht richtig, dass die meisten Senioren Pflegebedürftige sind. Es stimmt, dass das Abhängigkeitsrisiko von der Pflege mit zunehmendem Lebensalter zunimmt und dass die meisten Menschen in Pflegebedürftigkeit sind: Senioren:

1999 waren 80% der Betreuungsbedürftigen 65 Jahre und mehr ( "Statistisches Bundesamt 2001: Zusammenfassender Bericht - Krankenpflegestatistik 1999"). Lassen Sie mich noch einmal klarstellen: Auch wenn 80 % der Betreuungsbedürftigen über 65 Jahre alt sind, bedeutet dies nicht, dass die Mehrheit der älteren Menschen eine Betreuung braucht. So waren im Jahr 1999 in der Bundesrepublik 2,02 Mio. Menschen versorgungsbedürftig; das Bundesgesundheitsministerium erwartet bis 2010 weitere 340.000 Pflegebedürftige.

Im Jahr 2050 rechnet das Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut (DIW) mit 3,88 bis 4,02 Mio. Menschen in Pflegebedürftigkeit (siehe Überblick über die Prognose des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ), Dritter Report zur Lage der älteren Generation, 2001, S. 86 ff.). Die Medienberichterstattung, die sich vor allem auf Menschen mit Pflegebedürftigkeit in Pflegeheimen konzentriert, hat das Erscheinungsbild der meisten Patienten geprägt.

Fast drei Viertel (72% oder 1,44 Mio. ) der Betreuungsbedürftigen wohnen jedoch noch zu Haus. Die Pflege wird in der Regel allein von den Verwandten übernommen, nur ein knappes Drittel davon nutzt die ambulanten Pfleger. Die meisten der fürsorglichen Verwandten, weit über 80%, sind weiblich, meistens verheiratet oder töchterlich.

Laut einer Allensbach-Studie (2001) werden auch weiterhin mehr arbeitende und nicht arbeitende Mütter als männliche Mütter im Notfall für ihre Ehegatten sorgen wollen. Inwieweit dies auch für die Betreuung der Kinder zutrifft und ob die Bereitwilligkeit auch wirklich gelebt wird, kann aus der Untersuchung nicht abgeleitet werden.

Deshalb fürchten Fachleute, dass in Zukunft weniger Verwandte für die Heimpflege zur Auswahl stünden. Mehr als ein Viertel (28% oder 573.000) der betreuungsbedürftigen Menschen werden in Häusern versorgt. Die Doppelzimmer wiegen immer noch etwas mehr als Einzelzimmer und rund 30.000 betreuungsbedürftige Menschen wohnen zusammen mit zwei oder drei anderen Mitbewohnern.

Weil die meisten Senioren vor dem Bezug des Hauses allein wohnen, möchten viele von ihnen ihre eigenen vier Wänden im Haus haben, die sie mit niemandem gemeinsam nutzen müssen und in die sie sich einziehen. Mehr als 600.000 Menschen sind heute direkt im Pflegesektor beschäftigt (184.000 in der stationären und 441.000 in der häuslichen Pflege), was ihn zu einem wichtigen Dienstleistungsbereich des Arbeitsmarkts macht.

Das wirtschaftliche Ausfallrisiko der Pflegepflichtigen wurde bis zur Einrichtung der gesetzlich vorgeschriebenen Pflegeversicherung im Wesentlichen aus eigenen Mitteln der Pflegepflichtigen und ihrer Familienangehörigen sowie - im Falle der finanziellen Not - durch soziale Hilfen gedeckt. Das " letztes Netzwerk ", das für den Ausnahmefall vorgesehen ist, stellt den Standardschutz im Haushalt dar: Damit entfiel mehr als ein Drittel der Sozialausgaben auf die Krankenpflege.

Obwohl die Anzahl der Sozialhilfebezieher mit der Einrichtung der Krankenpflegeversicherung im Jahr 1995 erheblich zurückgegangen ist, zeigen offizielle Angaben, dass 35% der Bewohner nach wie vor auf Sozialleistungen angewiesen sind. So hat die gesetzlich vorgeschriebene Krankenpflegeversicherung eines ihrer Hauptziele - die signifikante Reduzierung der Anzahl der sozialen Leistungsempfänger in den Häusern auf 20% - eindeutig nicht erreicht.

Es ist wahrscheinlicher, dass die Zahl der Wohlfahrtsempfänger in den Häusern steigt als sinkt, wenn keine weitere Versorgung erfolgt: Der Grund: Die Kosten für die Pflege wachsen stetig, aber seit ihrer Markteinführung im Jahr 1995 sind die Leistungszuwächse aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung weder gestiegen noch in der Folgezeit vorhersehbar.

In der folgenden Übersicht sind die laufenden Ausgaben in Pflegeheimen aufgeschlüsselt nach Versorgungsstufen und den neuen und älteren Ländern dargestellt: Die Pflegekosten und die Übernachtungs- und Verpflegungskosten sowie die Investitionen sind in den Hauskosten inbegriffen. Andere gebräuchliche Ausgaben wie Kleidung, Telefonnummer, Frisör sind noch gesondert zu berechnen. So müssen Bewohner der obersten Versorgungsstufe mit einem Gesamtaufwand von 3.000 in den neuen Ländern und 2.500 Euro in den neuen Ländern gerechnet werden.

Den überwiegenden Teil der Hauskosten verursachen die Pflegespesen, die nur teilweise von der Krankenpflegeversicherung übernommen werden. Vor allem in der Pflegephase 3 variieren die Aufwendungen für die Krankenpflege und die Sozialleistungen aus der Krankenpflegeversicherung. Beispielsweise lag der Durchschnittspflegesatz für die Pflegeklasse II im Jahr 2001 in einer Station in den neuen Ländern bei 2.010 und in den neuen Ländern bei 1.746 Euro, die Sozialleistungen der Krankenpflegeversicherung beliefen sich auf 1.432 Euro.

Zusätzlich zu den oft schon jetzt höheren Übernachtungs- und Verpflegungskosten muss der Hausbewohner auch die restliche Differenzbeträge zwischen Pflegequote und sozialer Krankenpflegeversicherung bezahlen, die im Jahr 2001 im Durchschnitt 578 bzw. 314 für die Pflegeklasse 3 betrugen. Der Anspruch an höhere Pflegequalität wird in Zukunft steigen, anstatt die Ausgaben zu mindern.

Vor allem die immer wieder zu Recht verlangte angemessene Vergütung und damit auch die Würdigung der pflegerischen Berufe und eine verbesserte Versorgung psychisch konfuser (wahnsinniger) Menschen kann in der Regel nur mit zusätzlichen finanziellen Mitteln umgesetzt werden. Deshalb wird die privatwirtschaftliche Altersvorsorge - über die gesetzlichen Pflegeversicherungen hinweg - in den kommenden Jahren an Gewicht zulegen.

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