Pflegefall

Gebrechliche

Wer während seines gesamten Arbeitslebens Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung gezahlt hat, ist nicht auf Sozialhilfe im Pflegefall angewiesen. Kranken, Invaliden, Pflegefälle, Alter oder Krankheit bedeuten manchmal, dass man sich nicht mehr selbst versorgen kann, den Alltag bewältigen kann, man wird zum sogenannten Pflegefall. Bei einem plötzlichen Pflegebedarf wissen viele Menschen nicht, was sie tun sollen. Der Umgang mit einem plötzlichen Pflegefall ist noch komplizierter.

Pflege in Deutschland

Hamburg/Hamburg - Es waren vier Wörter, die den Alltag von Frau Niehages grundlegend verändert haben. Wörter, die ihre Mütter im Jahr 2009 an sie richteten. Diese hatten ihrer Tocher gesagt, dass ihre Mama nicht mehr auf sich selbst aufpassen und auch nicht mehr allein sein konnte. Dass die Tage ihrer Selbständigkeit vorbei waren, weiß Frau Niehage am Abend des 26. Novembers.

sitzend in einem Cafe in einer großen deutschsprachigen Großstadt. Doch nicht zu Haus, wo ihre Mama wohnt. Weil die 49-Jährige, die hier nur Sabine Nehage genannt wird, sich vor dem Verständnis der anderen fürchtet. Selbst wenn es für ihn so ist: In Deutschland gibt es rund 2,3 Mio. Menschen, die pflegebedürftig sind.

Über 20 % des Pflegepersonals sind nach wie vor beschäftigt, fast die Hälfe davon gar in voller Auslastung. Nihagus ist einer von ihnen. Problematisch dabei ist, dass nicht nur die Niehager, sondern auch die meisten anderen Firmen das Thema gänzlich ignorieren - obwohl die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland mit dem demographischen Wechsel zulegen wird.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sollen in zehn Jahren bereits rund drei Mio. Menschen pflegebedürftig sein. Während die Ökonomie allmählich beginnt, den Mitarbeitern zu erlauben, ihren Lebensstil von Arbeit und Kindern zu verbinden, wird das Problem der Pflege immer noch ignoriert. Eine weitere Komplikation ist, dass dieses Themengebiet auch für viele Verwandte pflegebedürftiger Menschen ein Tabu ist.

Gestern Abend muss es für Sabine nie wieder besonders ermüdend gewesen sein. Lhre Mamma hatte einen schweren Anfall von Husten. "Aber ich kann es mir nicht erlauben, bei der Arbeit müde zu wirken", sagt sie. "Er ist Bauleiter in der Gemeinde.

"Nach der Diagnose ihrer Mütter von Alzheimer wagte sie es zunächst nicht, ihren Kolleginnen und Kollegen davon zu berichten. "Alle paar Autostunden ging sie nach Haus, um nach ihrer Mama zu schauen. Er kämpft um fremde Hilfen, füllt Vordrucke aus und bittet um Mithilfe.

Sie erfährt, dass ihre Schwiegermutter zur Pflegeklasse III gehört. Damit konnte sie endlich eine geeignete Tagesstätte für ihre Mama bezahlen. Letztendlich hatte sie die Stärke, mit ihrem Boss zu reden. Ohne mit der Zunge zu schlagen, gab er seine eigenen Mütter ins Haus", sagt er. Ohne Rücksicht auf den Boss, die langsamen Angestellten - am Ende ist er geistig am Ende.

Schließlich kündigen Politiker an, dass solche Verfahren wie die von Sabine niehages in absehbarer Zeit besser geregelt werden. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat das Jahr 2011 zum Jahr der Fürsorge erklärt. Sein Kabinettskollege, Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), machte im vergangenen Jahr mit dem Start des Pflege-Teilzeitprojekts auf sich aufmerksam. Währenddessen sollte das fürsorgliche Familienmitglied die Stresssituation zu Hause in den Griff kriegen.

Das ist ein lang erwarteter Fortschritt, sagt Stefan Görres, Direktor des Bremer Institutes für Pflegewissenschaft. Sabine Niehage würde der Vorschlag des Ministers jedoch nicht weiterhelfen. "Sich um ihre eigene Mama zu sorgen und zugleich berufliche Ambitionen zu haben, ist in der jetzigen Zeit nicht das Richtige. Der Bauleiterin steht es im Vergleich zu einer Frau, die nach der Geburt in den Beruf zurückkehrt und es dann sehr schwierig findet, professionell weiterzukommen.

Ein Beispiel ist Ergo: Die große Unternehmensgruppe stellt ihren Pflegekräften ein flexibles Teilzeitmodell zur Verfügung. Sie können so von zuhause aus arbeiten, sich aber auch um ihre Verwandten in dringenden Fällen sorgen. Sie würde sich freuen, wenn sie einige ihrer Dienstage mit nach Haus nimmt. "Eines Tages wird es einen Tag geben, an dem meine Mama noch intensiver betreut werden muss, also benötige ich mehr Möglichkeiten.

"Bis dahin beschuldigt Niehages Chefin sie immer wieder, gerne im öffentlichen Dienste zu sein. Er hat Recht, sagt er.

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