Pflegeheimkosten

Gute Pflege hat ihren Preis

Wie hoch die Pflegeheimkosten tatsächlich sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Der Schweregrad und der damit in Zusammenhang stehende Aufwand für die Pflege spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. Regionale Unterschiede sind ebenfalls von Bedeutung, denn die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sind der Höhe nach in allen Bundesländern gleich. Die tatsächlichen Kosten für ein Pflegeheim sind etwa in Hamburg oder Nordrhein Westfalen besonders hoch, während sie beispielsweise in Thüringen oder Sachsen-Anhalt verhältnismäßig günstig sind. Auch der Träger, für den man sich entscheidet, ist natürlich von Bedeutung.

Konkrete Zahlen sind daher nur schwer zu ermitteln.

Wohnen im Alter

Aus rein statistischer Sicht sind die Pflegeheimkosten bei einem Mann deutlich günstiger als bei einer Frau, die statistisch ein höheres Lebensalter erreicht. In ihrem Pflegereport 2012 ermittelt die Barmer GEK, dass die mittleren Kosten bei Frauen doppelt so hoch sind, wie bei Männern.

Die gesetzlichen Kostenregelungen

Nach dem Willen des Gesetzgebers soll die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich die Kosten der reinen pflegerischen Maßnahmen abdecken. Alle andere Kosten wie Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung etc. sind durch den Pflegebedürftigen zu tragen. Für viele Pflegebedürftigen bedeutet dies, dass sie neben ihrer Rente auch den überwiegenden Teil angesparten Vermögens für die Deckung dieser Kosten aufbringen müssen.

Kann der Pflegebedürftige selbst die erforderlichen Mittel nicht mehr oder nicht vollständig aufbringen, gelten die im Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) festgelegten Unterhaltsbestimmungen. Danach gehen die Verpflichtungen zunächst auf einen Ehepartner über, der über den Ehegattenunterhalt zur Zahlung verpflichtet ist. Ist kein Ehegatte vorhanden oder kann auch der ohne Gefährdung seines eigenen Unterhalts die Kosten nicht aufbringen, sind grundsätzlich die Kindes des Pflegebedürftigen in bestimmten Grenzen zur Übernahme der Kosten verpflichtet. In der Regel wird, wenn der Pflegebedürftige selbst die Zahlungen nicht leisten kann, das zuständige Sozialamt für die Kosten eintreten, so dass sich also niemand Sorge machen muss, dass er plötzlich allein im Regen stehen muss.

Rechtzeitig Alternativen abwägen

Meist entwickelt sich die Pflegebedürftigkeit ganz allmählich. Wer so lange wie möglich Zuhause wohnen kann, reduziert die Kostenbelastung natürlich dramatisch. Denn im Vergleich zu den Pflegeheimkosten sind die Aufwendungen für eine Pflege daheim doch eher moderat. Ein Altenbetreuer etwa kann Hilfestellung bei alltäglichen Verrichtungen wie persönliche Hygiene, Ernährung oder Mobilität geben und dabei helfen den Zeitpunkt für den Wechsel in ein Pflegeheim möglichst lange hinauszuschieben. Unter Umständen kann ein betreutes Wohnen oder ein betreutes Wohnen für Senioren Ähnliches leisten, denn selbst das ist in der Regel deutlich günstiger als ein Pflegeheim. Wer rechtzeitig eine zusätzliche private Pflegeversicherung abgeschlossen hat, der muss sich natürlich weit weniger Sorgen um die Kosten machen.

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