Rollstuhlgerecht Bauen

Behindertengerechte Konstruktion

Da Elektrofahrzeuge oder Elektrorollstühle aufgeladen werden müssen, sollte eine Steckdose vorhanden sein. Zugänglich und rollstuhlgerecht. Zugänglichkeit geht weit über die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer hinaus. Das barrierefreie Bauen ist keine spezielle Form des Bauens für Behinderte und alte Menschen, sondern ein Gebäude für alle. Planen und Bauen ohne Barrieren im öffentlichen Bereich.

Die neuen Bauvorschriften: Barrierefreiheit, dann rechts - Baden-Württemberg

Die Stuttgarter - Nach Angaben der Staatsregierung sollen in neuen Gebäuden nicht nur mehr Apartments als bisher zugänglich sein - zum Beispiel mit einem Aufzug. Zukünftig müssen auch die Appartements selbst durchgängig behindertenfreundlich sein. Bisher gelte dies laut dem behindertengerechten Regierungsvertreter Gerhard W. Heimer nur für Bäder, Küchen und Toiletten.

Ausnahmen von dieser Regelung sind laut Heiler nur noch in gerechtfertigten Sonderfällen möglich - und nicht mehr zwangsläufig, wenn die Baukosten für barrierefreies Bauen um mehr als 20 Prozentpunkte steigen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Gruenen, Schwartz, sagte, auch die Union habe dem Wechsel stattgegeben, nur die Liberalen haetten ihn zurueckgewiesen.

"Ein erhöhtes Angebot barrierefreier Appartements macht es möglich, würdevoll zu alt werden und verringert die sozialen Nachlaufkosten, da kein Wechsel in ein Altersheim notwendig ist, was oft auch psychisch belastend ist. Durch den altersgerechten Wohnungsumbau sinkt laut Untersuchung die Anzahl der Menschen, die in Pflegeheime gehen müssen - und damit auch die Unterhaltskosten.

Laut dem geschäftsführenden Gesellschafter von Hause und Boden, Herrn Otto Wagner, genügte die frühere Verordnung, wonach vom Neubau eines Wohnhauses mit wenigstens fünf neuen Wohneinheiten ein Stockwerk ohne Barrieren zugänglich sein muss. Zukünftig gilt diese Verordnung ab dem Neubau von drei Wohneinheiten. Die steigende Tendenz zu behindertengerechten Wohneinheiten kann nicht bestätigt werden.

Bisher sind solche Wohneinheiten, auch weil sie kostspielig sind, recht "schwer zu vermitteln". Zusätzlich zur Verpflichtung zu mehr Barrierefreiheit ist geplant, dass in Zukunft auch die Fassade oder das Dach von neuen Gebäuden begrünt werden müssen. Nach dem neuen LBA gilt für neue Gebäude künftig: "Ist eine Vergrünung oder Anpflanzung von Grundstücken nicht oder nur sehr begrenzt möglich, müssen die Gebäude in dem Maße begrünt werden, in dem ihr Zustand, ihre Bau- und Planungsgenehmigung und die Massnahme ökonomisch sinnvoll sind".

Der Staat überläßt die Entscheidung, was ökonomisch sinnvoll ist, den örtlichen Baurechtskanzleien. Nach Angaben des Infrastrukturministeriums ist es in der Praxis grundsätzlich ökonomisch sinnvoll, wenn die Baukosten durch die Rechtfertigung nicht um mehr als 20 Prozentpunkte steigen.

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