Seniorengerechte Stadt

Städte seniorengerecht gestalten

Kommunen müssen die Bedürfnisse der Senioren ernst nehmen und eine seniorengerechte Stadt anstreben. Dazu gehört die Notwendigkeit, in Innenstadtgebieten ausreichenden Wohnraum für ältere Menschen bereitzustellen. Auch Einkaufsmöglichkeiten müssen vorhanden sein. Schließlich müssen Verantwortliche dafür sorgen, dass Senioren bei Bedarf hochwertig gepflegt werden und Unterhaltungsmöglichkeiten vorfinden.

Senioren das Wohnen zu Hause ermöglichen

Wohnen im Alter

Ältere Menschen leben in der Regel gerne in ihren eigenen vier Wänden, in ein Pflegeheim ziehen sie häufig nur widerwillig. Dafür benötigt eine seniorengerechte Stadt aber Wohnraum, der speziell für Rentner gebaut wurde. Kommunale Wohnungsbaupolitik muss dies beherzigen, mittels eigener Baugenossenschaft umsetzen oder private Investoren anlocken. Wichtig ist zum Beispiel, dass solche Gebäude mit einem Fahrstuhl ausgestattet sind. Das Treppengehen fällt vielen älteren Menschen schwer, für Rollstuhlfahrer ist es gar ein unüberwindbares Hindernis. Auch die Wohnraumaufteilung muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So muss das Badezimmer mit entsprechenden Waschgelegenheiten ausgestattet sein. Zudem sollten Kommunalpolitiker darauf achten, dass es genügend Geschäfte im Zentrum gibt, die leicht per Fuß erreichbar sind. In kleinen und mittelgroßen Städten siedeln sich Discounter und Supermärkte meist am Stadtrand an, was Senioren ohne Auto die Selbstversorgung erschwert. Lenken können dies Stadtverwaltungen mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der attraktiven Gestaltung von Innenstädten.

Darüber hinaus muss die Pflege im Alter gewährleistet sein. Ambulante Pflege sorgt dafür, dass Senioren zuhause wohnen können. Kommunalpolitiker sollten stets prüfen, ob das Angebot an solchen Pflegediensten ausreicht. Ist dies nicht der Fall, müssen sie Lobbyarbeit leisten. Das Gleiche gilt für andere Formen der Seniorenbetreuung, zum Beispiel für betreutes Wohnen Senioren oder für umfassende Pflege. In diesen Bereichen investieren viele private Unternehmen, sie müssen allerdings attraktive Bedingungen vorfinden. So brauchen diese Grundstücke beziehungsweise Immobilien in angenehmer Umgebung für ihre Einrichtungen. Bei größeren Städten sollte ein Pflegeheim zudem an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein. Erfüllen Kommunen diese Voraussetzungen, sollten sie offensiv um Pflegedienstleister werben. Alternativ können sie mit Eigenbetrieben auch selbst die Versorgung sicherstellen. Das hat den Vorteil, dass die Verantwortlichen die Qualität der Pflege bestimmen und kontrollieren können.

Senioren-Hausgemeinschaften: in Würde altern

Eine seniorengerechte Stadt zeichnet sich auch dadurch aus, dass neues Wohnen im Alter ausprobiert wird. Immer mehr ältere Menschen sehnen sich nach einem gemeinschaftlichen Leben jenseits von konventionellen Altersheimen. In zahlreichen Kommunen können Senioren bereits in extra dafür konzipierte Wohn- und Hausgemeinschaften einziehen. Grundgedanke ist, dass sich alle gegenseitig umeinander kümmern. Rüstige Bewohner kaufen beispielsweise für bereits pflegebedürftige Nachbarn ein. In Aufenthaltsräumen können die Senioren gemeinsame Stunden verbringen. Handelt es sich um Mehrgenerationenhäuser, passen ältere Menschen unter anderem auf den Nachwuchs auf. Das entlastet die Eltern und bewahrt Rentner vor der Einsamkeit. Stadtverwaltungen können durch Information und begleitende Hilfe solche Projekte initiieren und unterstützen.

Ob Senioren mit Freude in der Stadt wohnen, hängt auch vom Unterhaltungsprogramm ab. Stadtverwaltungen sollten in Kooperation mit sozialen Organisationen möglichst viele Freizeitaktivitäten anbieten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Dabei kann es sich um Konzerte, gemeinsames Singen im Altersheim, Seniorenturnen oder Kaffeekränzchen handeln. All das wirkt einer drohenden Vereinsamung im Alter entgegen.

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