Wohnen in Zukunft

Und wie wollen wir in Zukunft leben?

Wohl kaum ein anderes Thema prägt die Menschen so sehr wie das Leben. Aber wie soll das "Leben in der Zukunft" aussehen? Nicht nur die Bevölkerungsentwicklung oder neue Technologien haben einen großen Einfluss darauf. Trendforscherin Oona Strathern sieht weitere wichtige Treiber und wagt den Blick in die Zukunft. Sie wurden an einem Ort gebaut, an dem moderne Dinge noch moderner aussehen, weil die Umgebung mehr an Vergänglichkeit erinnert.

Und wie wollen wir in Zukunft leben?

Das Leben in der Gemeinde wird nicht nur durch den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt, sondern auch durch veränderte Familienstrukturen begrenzt sein. Die Ausstellung des Museums für Gestaltung stellt aktuelle Entwürfe und ihre historischen Vorgänger vor und öffnet damit eine nötige Auseinandersetzung für die Zukunft. Mit einem verdichteten, von Japanern verbreiteten Stoffwechselbau wurde in den 60er Jahren die Zukunftsfrage des Wohnens gelöst und es entstanden zukunftsweisende, große Terrassenwohnanlagen.

Kuratiert von den beiden Architektinnen Emmanuel und Michael R. Rubin mit Hilfe der Architektinnen Emmanuel K., die für den Architektur-Biennale 2016 geplante Schau im Vitamin Designmuseum (siehe auch: e-Dossier Architektur-Biennale 2016), hat in den vergangenen Dekaden ein "revolutionäres" Überdenken aufgrund von Wohnraummangel und steigenden Preisen in den Großstädten erfahren.

Das neue Gemeinschaftsleben würde auch zu neuen architektonischen Ausdrucksformen verhelfen. Die neue und generationenübergreifende Wohnform wird im ersten Ausstellungsraum geschichtlich von den Reformvorstellungen des 19. Jh. bis zur Hippie- und Hausbesetzer-Szene abgeleitet, in der die Schweizer eine Pionierrolle zu übernehmen scheinen.

Aus Protesten gegen die bestehenden Bedingungen entstanden die ersten gesellschaftlichen Lebensideen, die in der Schau mit Film illustriert werden, während Poster über die unterschiedlichen Begriffe aufklären. Wenn man zu Haus arbeitet, braucht man beim gemeinsamen Leben Sozialkontakte, wenn man sich nicht am Rechner einsam fühlen will. Leben und Werk werden daher zunehmend vermischt.

Der dritte Ausstellungsraum, in dem das 1:1-Modell einer "Cluster-Wohnung" durchschritten werden kann, ist das eindrucksvollste Beispiel für diese Neuordnung des Zusammenlebens. Dabei sind die Raumgrößen unmittelbar verständlich und der großzügige gemeinsame Wohnraum erfahrbar, wodurch die Einzelappartements oder -einheiten über eine kleine Wohnküche oder Küchenzeile sowie ein eigenes Badezimmer verfügen. Der zweite Saal und das Obergeschoß zeigen, dass die Vorstellungen hinter den gemeinsamen Lebensräumen nicht immer gleich sind und dass die Umsetzung der Vorhaben sehr verschieden, manchmal schwierig und eine organisatorische Meisterleistung sein kann.

Das Architekturbüro hat eine neue Sitzordnung entworfen - von hier aus kann man die Baukunst von Herrn O. Geohry einmal genießen und gleichzeitig ein Gefühl von Gemeinschaft erleben, zum anderen kann man auf die 21 Models, die zu einem großen imaginären Großstadtmodell kombiniert sind, herabblicken. Diese Kombination der verschiedenen Vorhaben zu einer einzigen Großstadt zeigt die Möglichkeiten einer Fusion von öffentlichem und privatem Raum auf.

Doch viele der interessantesten Exemplare wie ifau - Institute für angewandte Urbanistik, Jesus Friedrich und Heinrich van Becker, Michel Martin P. A. M. A., ONS Designpartner, Schwimmbadarchitekten oder Royal Albert P. A. G. A. B. sind mit ihren knappen Darstellungen etwas kurz. Wie innovativ das Gebäude oder die unterschiedliche Bauweise ist, zeigen die Fotos von Daniela P. A. M. A. M. S. A. S. A. S. A. S. A., die das Leben an den Außenwänden der Cluster-Wohnung nachzeichnen.

Schade, dass diese niedrigschwellige Ausstellungsgestaltung nicht sowohl das wirtschaftliche als auch das bauliche Konzept der Exemplare aufzeigt. Miteinander in der Austellung " Miteinander! Noch bis zum 9. Oktober 2017 ist die "Neue Stadtarchitektur" im Witra Designmuseum in Weil am Rhein zu besichtigen.

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