Zufriedenheit im Alter

Alterszufriedenheit

Die Zufriedenheit nimmt oft erst in den letzten Lebensjahren ab. Um im Alter mehr Freude zu haben, gehen Sie einen Schritt zurück und genießen Sie die kleinen Dinge im Leben. Nur sieben Prozent sind wirklich unzufrieden. Obwohl das Altern ein natürlicher Prozess und keine Krankheit ist, stellt es die Menschen vor völlig neue Herausforderungen. Doch was ändert sich eigentlich mit zunehmendem Alter?

Zufriedenheitsstudie: Freude ist ein Gebot der Stunde

Lebensbefriedigung ist einfach eine Altersfrage. Fühlt man sich im Alter von 20 Jahren relativ gut, nimmt die Zufriedenheit bis etwa zum Alter von 50 Jahren ab - in der sogen. Nur bei 75 verläßt die Krümmung die U-Form, die Zufriedenheit nimmt wieder ab. Wenig ist über die Gründe bekannt, meint Dr. Hanna Schandt in einer am Donnerstag erschienenen Untersuchung des Centers for Economic Performances an der Londoner Wirtschaftshochschule.

Man geht davon aus, dass die unerfüllten Erwartungen im Mittelalter als schmerzlich erachtet werden. Nach einer ergänzenden Lehre ist man über die verpassten Möglichkeiten im Alter weniger verärgert. Das Wohlergehen hängt davon ab, was der Mensch in jeder Lebensphase erfährt.

Dazu stützte er sich auf Angaben des sozio-ökonomischen Gremiums in Deutschland, das auch fragt, wie glücklich jemand derzeit ist und wie er die Situation in fünf Jahren einordnet. Mit mehr als 23.000 Testpersonen konnte er prüfen, ob sie in ihrer Bewertung falsch lagen. Der hohe Anspruch der jungen Erwachsenen erfüllt sich nicht, weshalb die Zufriedenheit nachlässt.

Die Älteren wollen nicht mehr darauf vertrauen, dass es besser wird - und wieder glücklicher wird. Dies ist eine Einsicht, die Nahrungsmittelkrisen mildern könnte, meint der Autor: Das Wissen um altersgerechte Prognosefehler "könnte den Menschen bei der Anpassung ihrer Erwartungshaltung behilflich sein, sie könnten ihre wichtigen Lebensentscheidungen optimal treffen und weniger darunter leiden, wenn die Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden.

WEITER: 1 Das Wohlergehen und die Lebenszufriedenheit sind multidimensional und bestehen aus emotionalen und kognitiven Anteilen.

WEITER: 1 Das Wohlergehen und die Lebenszufriedenheit sind multidimensional und bestehen aus emotionalen und kognitiven Anteilen. Diese basieren auf Selbstregulierungsprozessen, die sich im Laufe des Lebens verändern. Das Wohlergehen im Alter beinhaltet immer eine biografische Dimension. Beim Erforschen des Wohlergehens älterer Menschen sollte immer die biografische Geschichte berücksichtigt werden.

Der Gesundheitszustand nimmt mit zunehmendem Alter ab, während das psychische Wohlergehen zunimmt. Der Ruhestand führt nicht zu einer globalen Beeinträchtigung des Wohlergehens und der Lebensfreude. Die sektoralen Wertvorstellungen gehen in beide Richtungen: niedrigere Zufriedenheit mit dem sozialen Stand, höhere Zufriedenheit mit der Freizeit. Die Zufriedenheit mit unterschiedlichen Aspekten des Lebens, mit Ausnahmen von der Krankheit, ist bei älteren Menschen größer als bei Menschen zwischen fünfzig und 64 Jahren.

Die erhöhte Zufriedenheit im Leben kann sowohl mit reduziertem Alltags- und Berufsstress als auch mit verminderten Anforderungen in Verbindung gebracht werden. In einem Paar haben Menschen größere Befriedigungswerte als Einpersonen. Das Wahrnehmungsvermögen der Adoleszenz ist auch im Alter deutlich mit der heutigen Zufriedenheit verbunden. Die psychologischen Mittel wie Vertrauen und Überzeugungen sind wichtige Indikatoren für Selbstregulierungsprozesse wie Wohlergehen und Selbstzufriedenheit.

Im Alter ist die Vergangenheitsbewältigung ein essentieller Faktor der Selbstregulierung. Wohlergehen ist ein multidimensionales Moment, das sowohl eine Erkenntnisdimension (Lebenszufriedenheit) als auch eine Gefühlsdimension (Glück) hat. Die Geneva Age Study (Lalive de Pinay u. a., 2000) zeigte drei Hauptdimensionen: psycho-physisches Wohlergehen (negativ verbunden mit Depressionen), körperliche und arbeitstechnische Zufriedenheit und affektiv-soziales Wohlergehen.

Wohlergehen sowie Zufriedenheit oder branchenspezifische Werte sind das Resultat von Selbstregulierungsprozessen, die sich mit veränderten Lebensbedingungen auseinandersetzen. Im Laufe des Lebens ändern sich die Erwartungshaltungen und Vergleichsstandards, und eine höhere Zufriedenheit kann sowohl durch das Erfüllen der gewünschten Ziele als auch durch die Angleichung des Lebensstandards nach unten erzielt werden. Der Erhalt des Wohlbefindens im Alter wird daher nicht in erster Linie durch objektive Umstände determiniert, sondern durch deren Interpretation.

Bereits im Mittelalter entwickelt sich Gesundheit und seelisches Wohlergehen in entgegengesetzte Richtungen, was später noch verstärkt wird. Der Ruhestand an sich führt nicht zu einer globalen Beeinträchtigung des Lebens. 46 % der untersuchten Rentnerinnen und Rentner verzeichneten eine allgemeine Steigerung ihres Wohlergehens, 37 % eine Beeinträchtigung, die übrigen 17 % blieben unverändert (Panelstudie). Bei den branchenspezifischen Daten erleben die Teilnehmer den größten sozialen Niedergang: Die Zufriedenheit mit dem Ruf der Bevölkerung nimmt unmittelbar nach der Rente deutlich ab.

Andererseits nimmt die Zufriedenheit mit Freizeitaktivitäten zu, auch wenn sich die Organisation der Freizeit nicht signifikant änder. Dahinter verbirgt sich ein Ausgleich von Gewinn und Verlust (Gewinne im Freizeitsektor und eventuell in der Partnerschaft, soziale und teilweise auch Einkommensverluste). Aus der detaillierten Analyse geht hervor, dass nach der Rente ein hoher Grad an Wohlergehen mit einer ausgeglichenen, recht in sich ruhenden, aber dennoch hoffnungsvollen Person mit einem hohen biographischen Entwicklungsstand einhergeht.

Ein positives Verhältnis mit gutem sozialem Kontakt, ein positives Altersverhältnis und die Sicherheit, die wichtigen Lebensziele in Familie und Beruf erfüllt zu haben, sind ebenfalls evident. Überraschend wenig Verbindung mit dem kurz- oder langfristigen Wohlergehen im Alter weisen die Größen der Ruhestandsvorbereitung auf. In den älteren Jahrgängen ist die Zufriedenheit mit den unterschiedlichen Lebensbereichen besser als in den jungen Jahren.

Die 65- bis 79-jährigen Testpersonen weisen deutlich bessere Zufriedenheitswerte auf als die 50- bis 64-jährigen. Die einzige Negativbeziehung zwischen Alter und Zufriedenheit ist, wie erwartet, die Zufriedenheit mit der Gesundheist. Bei den Älteren kann die erhöhte Zufriedenheit sowohl mit vermindertem Alltags- und Arbeitsstress in der postprofessionellen und postelterlichen Phase des Lebens, als auch mit den verminderten Anforderungen der Älteren verbunden sein.

Hinsichtlich der Paarbeziehungen lässt sich feststellen, dass allein stehende Mütter eine größere Zufriedenheit mit dem Leben allein haben als allein stehende Väter. Die Sterblichkeitsrate bei allein lebenden älteren Männern ist ebenfalls höher als bei verheirateten Gleichaltrigen. Dabei sind die unterschiedlichen Kennziffern für die branchenspezifische Zufriedenheit miteinander verknüpft. Diejenigen, die in einem Bereich des Lebens befriedigt sind, sind eher in anderen Bereichen des Lebens befriedigt.

Die Befragten, die in ihrer Kindheit eine schwere Zeit durchgemacht hatten, zeigten sich weniger glücklich als die Befragten, die sich positiv an ihre Zeit erinnerten. Dabei geht es vor allem um die Zufriedenheit mit der finanziellen Lage, der gesundheitlichen und der Freizeit. Subjektive Bewertungen von Lebensräumen sind stärker beeinflussende Faktoren des Wohlergehens oder der Lebensbefriedigung als die sachlichen Messgrößen dieser Lebensräume.

Gute Lebensverhältnisse müssen daher nicht immer mit einem guten Wohlergehen Hand in Hand gehen, so wie ungünstige Lebensverhältnisse nicht zwangsläufig zu einem niedrigen Wohlergehen der Menschen beitragen. Allerdings gehört die Schweiz zu den Staaten, in denen ein hohes materielles Lebensniveau mit einem guten Wohlergehen einhergeht. Psychologische Hilfsmittel sind wichtige Prädikatoren für Selbstregulierungsprozesse wie z. B. Wohlergehen und Selbstzufriedenheit.

Psychologische Mittel wie Selbstvertrauen und die Erfahrung der Kontrolle sind vor allem mit dem allgemeinen Wohlergehen verknüpft. Die Interdisziplinäre Altersforschung Basel hat gezeigt, dass Wohlergehen mit Persönlichkeitsmerkmalen in hohem Masse verknüpft ist. Depressionen, Neurotismus, Nervenschwäche, Erregbarkeit und Hemmung waren negative Auswirkungen auf das Wohlergehen, während Konvivialität, Heiterkeit, Extravertiertheit und Männlichkeit im Alter eine positive Auswirkung auf das Wohlergehen hatten.

Weil sich die Persönlichkeitseigenschaften im Alter nur wenig ändern, zeigen solche Resultate die biografische Verwurzelung des Wohlergehens im Alter. Das Interpretieren und Bewältigen der Biografie ist ein essentieller Faktor der Selbstregulierung von Negativ- und Positiv-Emotionen und damit des allgemeinen Wohlergehens im Alter. Wohlergehen im Alter ist nicht nur eine Variable, die sich durch die aktuelle Situation sachlich bestimmen lässt, sondern ein biografisch verankerter, emotional interpretierter und regulierter Bewältigungsprozess.

Kurzfassung eines Buchkapitels gleichen Namens aus dem Werk "Lebenshorizont Alter" (Hrsg. Dr. med. Brigitte Böth, Dr. med. Bettina Ogolini, VFH-Verlag AG an der Eidgenössischen Technischen Hochschule für Technik und Wirtschaft e. V., 2003) von Dr. Francois HÖFLINGER, das nach einer fächerübergreifenden Ringvorlesung der Äthiopischen Hochschule im Wintersemester 2001/02 veröffentlicht wurde. Mit Beiträgen aus verschiedenen Forschungsbereichen und einem Blick auf die vielschichtigen Fragen zum Altershorizont des Lebens.

Dr. med. François Höpflinger leitet als Titelprofessor für Sozialwissenschaften an der Uni ZÃ?

Mehr zum Thema