Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.
Fällt das Aufschließen mit einem normalen Schlüssel schwer oder sollen vertraute Helferinnen und Helfer leichter ins Haus kommen, kann ein digitales Türschloss helfen. Zum Öffnen dienen zum Beispiel eine App oder ein Zahlencode. Auch eine Karte und eine Fernbedienung kommen infrage. Welche Möglichkeit im Alter passt, hängt davon ab, was die Person gut bedienen kann und womit sie vertraut ist.
Die Person sollte das Schloss selbst bedienen können. Auch bei einem Ausfall braucht sie einen Weg, die Tür zu öffnen. Die Tür muss außerdem gut gesichert sein: Ein digitales Schloss ersetzt weder einen passenden Schließzylinder noch eine stabile Tür.
Bedienung selbst ausprobieren
Digitale Haustürschlösser bieten verschiedene Möglichkeiten, die Tür zu öffnen. Für eine App muss die Person ein Smartphone sicher bedienen und bei Bedarf aufladen können. Einen Zahlencode muss sie sich merken und auf der Tastatur eingeben. Eine Karte oder ein Transponder, also ein kleiner Funkchip, wird ähnlich wie ein Schlüssel benutzt. Eine Funkfernbedienung funktioniert ohne Smartphone. Auch ein Fingerabdrucksensor kommt infrage, lässt sich aber nicht von allen gleich leicht bedienen.
Die künftige Nutzerin oder der künftige Nutzer sollte das Schloss vor dem Kauf selbst ausprobieren. Kann die Person die Tür zuverlässig öffnen und erkennen, ob sie entriegelt ist? Kann sie die Tastatur gut lesen und erreichen? Lässt sich die Fernbedienung mit ihren Bewegungsmöglichkeiten bedienen? Bei eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen, Gedächtnis oder Handbeweglichkeit sind diese Fragen wichtiger als die Anzahl der Funktionen.
Eine zweite Möglichkeit, die Tür zu öffnen, ist sinnvoll, wenn sie im Alltag funktioniert. Wer zum Beispiel eine App nutzt, sollte auch einen normalen Schlüssel oder eine Fernbedienung bedienen können. Es gibt keine repräsentative Studie dazu, welche Bedienart für ältere Menschen insgesamt am besten geeignet ist. Entscheiden Sie deshalb danach, was zur Person und zur Tür passt.

Zugang für Helfende regeln
Bei vielen digitalen Schlössern lässt sich festlegen, wer die Tür öffnen darf; die Berechtigung kann später wieder entzogen werden. Angehörige, Betreuungspersonen oder andere vertraute Helfende müssen dann keinen Schlüssel dauerhaft ausleihen. Manche Schlösser erlauben auch Zugänge, die nur für eine bestimmte Zeit gelten. Legen Sie vorher fest, wer Zugang erhält und wer die Berechtigungen verwaltet.
Ein Praxisbericht des bayerischen Kompetenzclusters innovative Pflege beschreibt eine Person im Rollstuhl, die ihre Hände nur eingeschränkt bewegen konnte. Ein motorisiertes Schloss erleichterte ihr das Aufschließen. Außerdem konnte sie die Tür vom Bett aus öffnen. Der Bericht aus dem Jahr 2020 beschreibt eine bestimmte damalige Lösung und zeigt deren möglichen Nutzen. Ob jedes digitale Schloss für ältere Menschen geeignet ist, lässt sich daraus nicht ableiten.
Notzugang bei Ausfall sichern
Batterie und Funkverbindung können ausfallen. Auch die Elektronik kann aussetzen. Klären Sie vor dem Kauf, wie sich die Tür dann von außen öffnen lässt. Je nach Bauart kommen ein normaler Schlüssel, eine externe Notstromversorgung oder eine andere Notlösung infrage. Der Notzugang muss unabhängig von der ausgefallenen Funktion funktionieren. Probieren Sie sie bei der Montage aus.
Für batteriebetriebene Nachrüstschlösser gibt der ADAC eine typische Batterielaufzeit von drei bis zwölf Monaten an. Wie lange die Batterie tatsächlich hält, hängt vom Schloss und seiner Nutzung ab. Eine Warnung bei niedrigem Ladestand ist hilfreich, reicht aber nicht als Lösung, wenn die Batterie leer ist. Legen Sie fest, wer die Warnmeldungen prüft und die Batterie wechselt. Prüfen Sie außerdem, ob sich der Zylinder von außen mit einem Schlüssel öffnen lässt, wenn innen ein Schlüssel steckt. Dafür braucht der Zylinder eine Not- und Gefahrenfunktion.
Ein zweiter Zugang hilft nur, wenn die Person davon weiß und ihn bedienen kann. Üben Sie bei der Einrichtung, wie sich die Tür im Notfall öffnen lässt. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Produktbeschreibung.
Tür und Schloss mechanisch prüfen
Ein digitales Schloss macht eine schwache Tür nicht sicherer gegen Einbruch. Türblatt, Rahmen, Scharniere, Schloss und Beschläge müssen zusammenpassen. Die Polizei empfiehlt für Neu- und Umbauten geprüfte Türen ab der Widerstandsklasse RC 2. Diese Klasse gibt an, wie gut eine Tür Einbruchsversuchen standhält. Bei einer Nachrüstung sollte eine Fachperson prüfen, ob die vorhandene Tür und der Zylinder zum gewählten Schloss passen.
Die Stiftung Warentest prüfte 2020 zehn smarte Türschlösser. Bei einigen der damals getesteten Modelle fand sie Schwachstellen. Diese Ergebnisse gelten für die geprüften Produkte und lassen sich nicht ohne Weiteres auf heutige Modelle übertragen. Prüfen Sie deshalb die aktuellen Sicherheitsinformationen und Herstellerangaben zum Schloss, das Sie kaufen möchten.

Fernzugriff begrenzen
Mit einem Schloss mit Internetzugang lässt sich die Tür aus der Ferne öffnen. Sichern Sie das dazugehörige Konto mit einem langen Passwort, das Sie für kein anderes Konto verwenden. Aktivieren Sie, wenn verfügbar, die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei müssen Sie neben dem Passwort noch auf eine zweite Weise bestätigen, dass Sie es sind. Installieren Sie Sicherheitsupdates und entfernen Sie Berechtigungen, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Schalten Sie den Fernzugriff aus, wenn Sie ihn nicht benötigen.
Bei einem Strom- oder Internetausfall funktioniert die Fernsteuerung möglicherweise nicht; je nach Modell lässt sich das Schloss trotzdem an der Tür bedienen. Prüfen Sie vor dem Kauf, was bei einem Ausfall noch funktioniert. Wenn ein Smartphone mit digitaler Zutrittsberechtigung gestohlen wird, muss sich diese Berechtigung sperren oder ändern lassen. Fragen Sie den Anbieter, wie das bei dem jeweiligen Modell geht.
Eine Kamera oder eine mit dem Internet verbundene Gegensprechanlage hilft dabei, Besucher zu erkennen. Sie wirft aber zusätzliche Fragen zum Datenschutz und zum Schutz vor Manipulation auf. Für viele Haushalte reicht ein Schloss, das sich direkt an der Tür und ohne Internetverbindung bedienen lässt.


