Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.
Wünsche und Alltag prüfen
Das Alter allein entscheidet nicht, welche Wohnform passt. Manche Menschen möchten in ihrer vertrauten Wohnung bleiben. Andere wünschen sich eine kleinere, besser zugängliche Wohnung oder mehr Kontakt im Alltag. Wichtig ist, ob die Person so wohnen kann, wie sie es möchte, und die nötige Unterstützung zuverlässig erhält.
Fragen Sie zuerst die betroffene Person: Wie viel Rückzug und wie viel Gemeinschaft sind gewünscht? Welche Nachbarn, Freundschaften und vertrauten Wege sollen erhalten bleiben? Welche Aufgaben möchte die Person weiterhin selbst übernehmen, etwa kochen, einkaufen oder Termine vereinbaren? Anhand der Antworten lässt sich erkennen, welche Wohnformen infrage kommen. Weder das Bleiben in der bisherigen Wohnung noch ein Umzug ist grundsätzlich richtig oder falsch.
Halten Sie genau fest, wobei die Person Hilfe braucht. Braucht die Person Hilfe beim Putzen und Einkaufen, Begleitung zu Arztterminen oder Pflege beim Waschen und Anziehen? Klären Sie auch, wer diese Hilfe übernimmt und zu welchen Zeiten sie zuverlässig verfügbar ist. Der allgemeine Begriff „Betreuung“ reicht dafür nicht aus.
Prüfen Sie Wohnung und Wohnumfeld gemeinsam. Gibt es Stufen am Hauseingang oder zwischen wichtigen Räumen? Lassen sich Bad und Küche sicher nutzen? Sind Geschäfte, Arztpraxen und der öffentliche Nahverkehr gut erreichbar? Ebenso wichtig sind das Sicherheitsgefühl im Viertel und die Nähe zu vertrauten Menschen.
Wie selten Wohnungen umfassend zugänglich sind, zeigt eine Auswertung des Deutschen Zentrums für Altersfragen zur Wohnsituation 2023: 5,6 Prozent der Menschen ab 65 Jahren lebten in einer Wohnung, die alle dort erfassten Merkmale der Barrierefreiheit erfüllte. Diese Merkmale ersetzen keine vollständige Prüfung nach einer Baunorm. Die Zahl zeigt jedoch, warum die konkrete Wohnung genau geprüft werden sollte – unabhängig davon, ob sie gemietet oder Eigentum ist.

Wohnformen im Vergleich
Welche Wohnform passt, hängt davon ab, wie jemand leben möchte und welche Hilfe im Alltag zuverlässig verfügbar ist. Die Übersicht hilft beim Vergleichen. Sie sagt nicht, welche Wohnform für eine bestimmte Person richtig ist.
| Wohnform | Was sie kennzeichnet | Kann passen, wenn … | Vorher klären |
|---|---|---|---|
| In der bisherigen Wohnung bleiben | Die vertraute Umgebung bleibt erhalten. Wohnraumanpassungen und organisierte Hilfen erleichtern den Alltag. | die Person dort wohnen bleiben möchte und die nötige Hilfe zuverlässig verfügbar ist. | Welche Barrieren gibt es? Welche Umbauten sind möglich? Wer übernimmt Haushaltshilfe oder Pflege? Die Pflegekasse bezuschusst unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen zur Wohnraumanpassung. |
| In eine besser zugängliche Wohnung ziehen | Die neue Wohnung passt besser zu den täglichen Wegen und körperlichen Anforderungen. | sich die bisherige Wohnung nicht ausreichend anpassen lässt oder den Alltag dauerhaft erschwert. | Sind Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxis, öffentlicher Nahverkehr und vertraute Kontakte gut erreichbar? |
| Betreutes oder Service-Wohnen | Die Person wohnt in einer eigenen Wohnung und nutzt vereinbarte Dienstleistungen. Umfassende Pflege gehört meist nicht automatisch dazu. | die Person weitgehend selbstständig lebt und einzelne Hilfen verbindlich nutzen möchte. | Welche Leistungen enthält der Vertrag? Wer ist zu welchen Zeiten erreichbar? Wie wird zusätzliche Pflege organisiert? Die Bezeichnung allein beschreibt den Leistungsumfang nicht, wie das Bundesgesundheitsportal erklärt. |
| Gemeinschaftliches Wohnen oder Senioren-WG | Private Zimmer oder Wohnungen verbinden sich mit gemeinsamen Aktivitäten und gegenseitiger Hilfe im Alltag. | die Person Gemeinschaft sucht und bereit ist, Absprachen mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern zu treffen. | Wie verteilen sich Aufgaben? Wie lösen die Bewohner Konflikte? Welche Hilfe ist untereinander wirklich vereinbart? Gemeinschaftliches Wohnen ist keine Pflege-WG, sofern Pflege und Betreuung nicht entsprechend organisiert sind. |
| Ambulant betreute Pflege-WG | Mehrere Menschen wohnen zusammen. Pflege und Betreuung werden durch ambulante Dienste oder andere vereinbarte Kräfte organisiert. | gemeinschaftliches Wohnen mit professioneller Unterstützung gewünscht ist. | Wer organisiert Pflege, Betreuung und Haushalt? Welche Mitbestimmung haben die Bewohner? Welche Verträge gelten, und wie hoch ist das Gesamtentgelt? Pflege-WGs sind unterschiedlich organisiert. |
| Vollstationäres Pflegeheim | Pflege und Unterstützung stehen rund um die Uhr bereit. | die Versorgung in der eigenen Wohnung nicht mehr zuverlässig sichergestellt ist. | Pflegequalität, Tagesgestaltung, Lage, Vertragsbedingungen und Eigenbeteiligung vergleichen. Das Bundesgesundheitsportal nennt Möglichkeiten, Heime zu prüfen und zu vergleichen. |
Namen wie „Senioren-WG“ oder „betreutes Wohnen“ sichern keine bestimmten Leistungen zu. Entscheidend sind der Vertrag, die Zuständigkeiten und die Unterstützung, die im Alltag tatsächlich verfügbar ist.
Zuhause bleiben oder umziehen
Ob die Person in der bisherigen Wohnung bleiben kann, zeigt sich an den täglichen Wegen und Aufgaben. Prüfen Sie Hauseingang, Treppen, Türen, Bad und Schlafzimmer. Wichtig sind auch die Wege zwischen den Räumen, vor allem vom Bett zur Toilette. Schwellen, schlechte Beleuchtung und rutschige Böden erhöhen das Sturzrisiko. Eine Fachperson kann prüfen, wo in der Wohnung Gefahren lauern und welche Anpassungen helfen und machbar sind.
Ein Cochrane-Review zeigte: Gezielte Maßnahmen gegen Sturzgefahren in der Wohnung senkten die Sturzrate, besonders bei Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko. Die Ergebnisse belegen nicht, dass jeder Umbau Stürze verhindert. Es kommt auf die Gefahren in der Wohnung, die Beweglichkeit der Person und die passende Ausführung der Maßnahme an.
Prüfen Sie auch bei einem Umzug, ob der Alltag am neuen Wohnort funktioniert. Am neuen Wohnort müssen Einkäufe, Arztpraxen, öffentliche Verkehrsmittel und soziale Kontakte erreichbar sein. Klären Sie vorab, ob die Person dort ohne eigenes Auto zurechtkommt und welche Unterstützung bei Bedarf verfügbar ist.
Ein Umzug im Alter ist nicht grundsätzlich belastend oder schädlich. Eine US-Beobachtungsstudie fand bei Umzügen innerhalb derselben Gemeinde keinen allgemeinen Unterschied beim psychischen Wohlbefinden. Das Ergebnis gilt jedoch nicht automatisch für Umzüge über größere Entfernungen, in andere Wohnformen oder unter anderen sozialen Bedingungen in Deutschland.
Mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft umzuziehen. Laut Sozialbericht 2024 erwogen 13 Prozent der 65- bis 79-Jährigen einen Umzug in eine altersgerechte Wohnung; bei Menschen ab 80 Jahren waren es 3 Prozent. Wer nicht umziehen möchte, kann trotzdem in einer ungeeigneten Wohnung leben. Entscheidend ist, ob die Wohnung sicher nutzbar ist und Hilfe zuverlässig erreichbar bleibt.
Unterstützung und Kosten klären
Vergleichen Sie bei jeder Wohnform dieselben Kosten und die dafür angebotene Hilfe. Berücksichtigen Sie Miete und Nebenkosten, verpflichtende Pauschalen, zusätzliche Unterstützung und Pflege sowie einmalige Ausgaben für Umzug oder Umbau. Der Eigenanteil ist der Betrag, der nach Leistungen der Pflegeversicherung und anderen Zuschüssen selbst zu zahlen bleibt.
Pauschalen und Pflegekosten
Führen Sie beim Service-Wohnen die Grundpauschale getrennt von den einzeln gebuchten Leistungen auf. Klären Sie, welche Hilfe die Pauschale umfasst, wann eine Ansprechperson erreichbar ist und ob der Anbieter Leistungen selbst erbringt oder nur vermittelt. Pflege gehört nicht automatisch zum Angebot.
Vergleichen Sie bei einer Pflege-WG und einem Pflegeheim jeweils die vollständigen individuellen Kosten. In einer Pflege-WG fallen neben Miete und Nebenkosten häufig Ausgaben für gemeinschaftliche Unterstützung, Präsenzkräfte und Pflege an. Eine Pflege-WG ist daher nicht grundsätzlich günstiger als ein Pflegeheim.
Der vdek nennt für den 1. Juli 2026 eine durchschnittliche monatliche Eigenbeteiligung von 3.364 Euro im ersten Pflegeheimjahr. Dieser bundesweite Durchschnitt beschreibt weder die gesamten Kosten eines Pflegeheimplatzes noch den Preis einer bestimmten Einrichtung.
Umbauten und Zuschüsse
Bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse wohnumfeldverbessernde Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 4.180 Euro bezuschussen. Prüfen Sie Anspruch und Bedingungen, bevor die Arbeiten beginnen. Der Zuschuss übernimmt nicht automatisch die gesamten Umbaukosten.
Rechnen Sie Fördermittel erst ein, wenn die Förderstelle ihre Verfügbarkeit bestätigt hat. Der KfW-Zuschuss 455-B war laut KfW am 30. Oktober 2026 für neue Anträge gestoppt. Prüfen Sie den aktuellen Antragsstatus unmittelbar vor einer Entscheidung. Halten Sie Leistungen, Kosten und mögliche Preisänderungen vor der Zusage schriftlich im Vertrag fest.
Gesamtkosten vergleichen
Vergleichen Sie für jede Wohnform dieselben Kostenarten und die jeweils enthaltenen Leistungen. Entscheidend sind der monatliche Eigenanteil sowie einmalige Kosten für Umzug und Umbau.
Häufige Frage
Ist eine Pflege-WG günstiger als ein Pflegeheim?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Vergleichen Sie die individuelle Gesamtrechnung der Pflege-WG – einschließlich Miete, Nebenkosten, gemeinschaftlicher Unterstützung und Pflege – mit den Kosten des konkreten Pflegeheims.

Verträge und Versorgung prüfen
Bevor Sie zusagen, prüfen Sie genau, was die Verträge festlegen: Wer leistet welche Hilfe, wann ist sie erreichbar und was kostet sie zusätzlich? Begriffe wie „betreutes Wohnen“ oder „Service-Wohnen“ sagen allein nichts über den Leistungsumfang aus. Prüfen Sie Miet-, Service- und gegebenenfalls Pflegevertrag deshalb getrennt.
Leistungen schriftlich festhalten
Beim Service-Wohnen muss klar sein, welche Leistungen die Grundpauschale abdeckt und was zusätzlich kostet. Dazu zählen etwa Hausnotruf, Reinigung oder Hilfe bei der Organisation ambulanter Pflege. Klären Sie auch, ob der Anbieter die Leistung selbst erbringt oder lediglich vermittelt.
Klären Sie frühzeitig, was bei steigendem Unterstützungsbedarf geschieht: Darf die Person in der Wohnung bleiben? Wer organisiert zusätzliche Pflege? Ist bei Bedarf auch nachts oder kurzfristig Hilfe erreichbar? Umfassende Pflege gehört beim Service-Wohnen nicht automatisch dazu. Halten Sie Zusagen und Grenzen schriftlich fest. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Leistungen und Vertragsmodelle stark variieren.
Pflege-WGs und das WBVG
In einer Pflege-WG bestehen häufig mehrere Verträge: ein Mietvertrag, eine Vereinbarung über Präsenzkräfte für den Alltag und ein Pflegevertrag. Prüfen Sie, wer die Präsenzkräfte beauftragt, wer Entscheidungen im Alltag trifft und wer bei Problemen verantwortlich ist. In selbstverantworteten WGs regeln die Bewohnerinnen und Bewohner oder ihre Vertretungen zentrale Fragen; in anbieterverantworteten WGs übernimmt ein Anbieter diese Aufgaben. Die Verträge müssen diese Zuständigkeiten erkennen lassen. Das Bundesgesundheitsportal erläutert die Unterschiede.
Das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) gilt für bestimmte Verträge, die Wohnraum mit Pflege- oder Betreuungsleistungen verbinden. Auch mehrere rechtlich getrennte, aber miteinander verknüpfte Verträge können darunter fallen. Der Name des Angebots entscheidet nicht; maßgeblich ist die konkrete Gestaltung. Den Gesetzestext finden Sie online.
Pflegeheime und Zugänglichkeit prüfen
Bei einem Pflegeheim gehören Qualitätsinformationen, vorvertragliche Angaben und Preisvergleichslisten ebenso zur Entscheidung wie Lage und Ausstattung. Das Bundesgesundheitsportal nennt diese Unterlagen als hilfreiche Vergleichsgrundlage.
Prüfen Sie die Qualität der Dienstleistungen und die Zugänglichkeit des Gebäudes getrennt. DIN 77800:2024-12 behandelt Anforderungen an Servicewohnen. DIN 18040-2 betrifft die Barrierefreiheit von Wohnungen. Eine Normbezeichnung belegt noch nicht, dass ein Angebot die Anforderungen erfüllt. Lassen Sie zugesicherte Merkmale schriftlich bestätigen.
Vor der Unterschrift
Nehmen Sie Vertragsentwürfe mit nach Hause und lassen Sie mündliche Zusagen aufnehmen. Vergleichen Sie Grundpreis, Zusatzkosten und die Regelungen für einen höheren Pflegebedarf. Bleibt eine Klausel unklar, verlangen Sie eine schriftliche Erklärung und ziehen Sie bei Bedarf eine unabhängige Beratungsstelle hinzu.
Das sollten Sie festhalten
- Welche Hilfe ist verbindlich vereinbart, wer erbringt sie und wann ist eine Ansprechperson erreichbar?
- Welche Kosten entstehen bei zusätzlicher Unterstützung oder Pflege?
- Welche Regeln gelten für Kündigung, Vertragsänderungen und einen Umzug?
Häufige Frage
Reicht die Bezeichnung „betreutes Wohnen“ als Leistungszusage?
Nein. Verbindlich sind die im Vertrag und in der Leistungsbeschreibung genannten Hilfen, Zuständigkeiten und Kosten.
Angebote besichtigen und beraten lassen
Den Alltag vor Ort prüfen
Besichtigen Sie Angebote möglichst persönlich. Prüfen Sie den Zugang zum Gebäude, Wege in der Wohnung oder Einrichtung sowie die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und Haltestellen. Achten Sie darauf, ob Gemeinschaftsräume zum gewünschten Zusammenleben passen und ob es private Rückzugsmöglichkeiten gibt.
Fragen Sie nach einem gewöhnlichen Tagesablauf: Wer hilft beim Anziehen, bei Mahlzeiten oder im Haushalt? Zu welchen Zeiten ist Hilfe erreichbar? Wer übernimmt die Unterstützung nachts oder wenn eine zuständige Person kurzfristig ausfällt? Sprechen Sie, wenn möglich, auch mit Bewohnerinnen und Bewohnern über ihre Erfahrungen im Alltag.
Leistungen und Kosten schriftlich vergleichen
Fordern Sie eine vollständige Leistungsbeschreibung und Kostenübersicht an. Gleichen Sie beides mit dem eigenen Unterstützungsbedarf ab: Welche Leistungen deckt der Grundpreis ab? Was kostet zusätzlich? Wer erbringt die einzelnen Hilfen? Steigt der Unterstützungsbedarf, klären Sie, wie zusätzliche Pflege organisiert und bezahlt wird.
Nehmen Sie Vertragsunterlagen mit nach Hause und lassen Sie offene Fragen vor einer Zusage schriftlich beantworten. Mündliche Zusagen sollten im Vertrag oder in einer ergänzenden Vereinbarung stehen. Bei unklaren Bedingungen helfen unabhängige Beratungsstellen oder eine rechtliche Beratung.
Beratung und Verfügbarkeit klären
Die Pflegeberatung unterstützt bei Fragen zu Leistungen der Pflegeversicherung, zur Finanzierung und zur Organisation von Hilfen. Nach einem Antrag auf Pflegeleistungen soll die Pflegekasse innerhalb von zwei Wochen einen Beratungstermin anbieten. Mit Zustimmung der betroffenen Person können Angehörige oder andere Vertrauenspersonen teilnehmen. Regionale Anlaufstellen nennt das Bundesgesundheitsministerium.
Mit Übersichten zu Kosten, Leistungen und Qualität können Sie Angebote vorab eingrenzen. Aus ihnen geht jedoch nicht sicher hervor, ob gerade ein Platz frei ist oder ein Pflegedienst die benötigte Hilfe übernehmen kann. Fragen Sie die Anbieter daher direkt nach freien Plätzen, Wartezeiten und den tatsächlich verfügbaren Leistungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die passende Wohnform richtet sich nach den Wünschen der älteren Person, ihrem Unterstützungsbedarf und den Leistungen des konkreten Angebots. Das Alter allein entscheidet nicht.
- Prüfen Sie Wohnung und Umfeld gemeinsam: Zugänge und Räume müssen ebenso passen wie erreichbare Geschäfte, Arztpraxen, Haltestellen und vertraute Kontakte.
- Betreutes Wohnen, gemeinschaftliches Wohnen und Pflege-WGs unterscheiden sich deutlich bei Unterstützung, Pflege und Organisation. Der Name eines Angebots sagt noch nicht, welche Hilfe tatsächlich verfügbar ist.
- Vergleichen Sie alle laufenden und einmaligen Kosten mit den Leistungen, die der Vertrag zusichert. Miete oder Grundpauschale allein reichen für einen fairen Vergleich nicht aus.
- Prüfen Sie Förderbeträge, bauliche Anforderungen und verfügbare Programme vor der Entscheidung bei den zuständigen offiziellen Stellen.
Entscheidend ist, dass Wohnung, Umfeld, Unterstützung und Kosten im Alltag zusammenpassen.
Häufige Fragen zur Wohnform
Welche Wohnform ist die beste?
Eine Wohnform passt dann, wenn sie zum eigenen Alltag, zum Unterstützungsbedarf und zu den verfügbaren Angeboten vor Ort passt. Für gemeinschaftliche Wohnformen ist kein allgemeiner Vorteil für die Lebensqualität belegt. Entscheidend sind die konkrete Wohnung, verlässliche Unterstützung und die Frage, wie viel Selbstständigkeit und Gemeinschaft jemand wünscht. (Metaanalyse zu gemeinschaftlichen Wohnformen)
Braucht betreutes Wohnen einen Pflegegrad?
Für den Einzug ins Service-Wohnen ist ein Pflegegrad grundsätzlich keine Voraussetzung. Der Anbieter legt jedoch eigene Aufnahmebedingungen fest. Pflegeleistungen kommen meist zusätzlich hinzu und müssen gesondert organisiert und bezahlt werden. (Bundesgesundheitsportal)
Ist jederzeit Pflegepersonal da?
Beim betreuten Wohnen gehört eine Pflegekraft rund um die Uhr nicht automatisch zum Angebot. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss schriftlich, wann eine Ansprechperson erreichbar ist, welche Leistungen enthalten sind und wie Hilfe nachts oder bei kurzfristigem Pflegebedarf organisiert wird. (Bundesgesundheitsportal)
Was unterscheidet Senioren- und Pflege-WG?
In einer Senioren-WG organisieren die Bewohnerinnen und Bewohner das Zusammenleben und den Alltag gemeinsam. Eine Pflege-WG verbindet das Wohnen mit organisierter Pflege und Betreuung. Wie weit die Unterstützung reicht, wer Verträge abschließt und wer Entscheidungen trifft, steht in den einzelnen Verträgen. (Bundesgesundheitsportal zu Pflege-WGs)
Ist eine Pflege-WG günstiger?
Ein pauschaler Preisvorteil gegenüber einem Pflegeheim lässt sich nicht annehmen. Rechnen Sie Miete, Nebenkosten, Präsenzkräfte, Pflege und weitere Hilfen vollständig zusammen. Berücksichtigen Sie auch Leistungen der Pflegeversicherung und den verbleibenden Eigenanteil. (Bundesgesundheitsportal zu Pflege-WGs)
Welche Hilfe gibt es für Umbauten?
Bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse wohnumfeldverbessernde Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 4.180 Euro bezuschussen. Stellen Sie den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen. Der KfW-Zuschuss 455-B nimmt derzeit keine neuen Anträge an; den aktuellen Stand veröffentlicht die KfW. (Bundesgesundheitsministerium)
Kernaussagen
- Richte die Entscheidung an den Wünschen und dem Hilfebedarf aus. Alter allein bestimmt nicht, ob Zuhausebleiben oder ein Umzug besser passt.
- Prüfe Wohnung und Umfeld gemeinsam. Achte auf sichere Wege in der Wohnung und darauf, ob Einkauf, Arztpraxis, Nahverkehr und vertraute Kontakte erreichbar sind.
- Unterscheide die Wohnformen nach ihren tatsächlichen Leistungen. Betreutes Wohnen umfasst nicht automatisch Pflege; eine Senioren-WG ist nicht automatisch eine Pflege-WG.
- Vergleiche Gesamtkosten und Verträge. Berücksichtige Miete, Pauschalen, zusätzliche Hilfe und Pflege sowie einmalige Ausgaben. Lass schriftlich festhalten, welche Leistungen enthalten sind und wann Hilfe verfügbar ist.
- Besichtige Angebote und kläre offene Fragen vor der Zusage. Prüfe, wie zusätzliche oder nächtliche Unterstützung organisiert wird, und kontrolliere Fördermöglichkeiten bei den zuständigen Stellen.
FAQ
Welche Wohnform ist im Alter die beste?
Die beste Wohnform passt zu den eigenen Wünschen, dem konkreten Unterstützungsbedarf und den Leistungen, die ein Angebot tatsächlich zusichert. Prüfen Sie, ob Unterstützung, Arztpraxen, Einkaufsmöglichkeiten und vertraute Kontakte erreichbar bleiben.
Wie finde ich heraus, ob ich zu Hause bleiben kann?
Prüfen Sie die Wege vom Hauseingang bis zu Bad, Schlafzimmer und Küche sowie die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und Haltestellen. Klären Sie außerdem, wer bei welchen Aufgaben hilft und ob diese Unterstützung verlässlich verfügbar ist.
Brauche ich für Service-Wohnen einen Pflegegrad?
Ein Pflegegrad ist keine allgemeine Voraussetzung für Service-Wohnen. Die Aufnahmebedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter; zusätzliche Pflege wird meist gesondert organisiert und bezahlt.
Ist beim Service-Wohnen jederzeit Pflegepersonal da?
Nein, eine durchgehende pflegerische Versorgung gehört nicht automatisch zum Angebot. Lassen Sie sich schriftlich erklären, wann Ansprechpersonen erreichbar sind und wie nächtliche oder kurzfristige Pflegebedarfe abgedeckt werden.
Was unterscheidet eine Senioren-WG von einer Pflege-WG?
In einer Senioren-WG steht das gemeinschaftliche Wohnen mit gegenseitiger Alltagshilfe im Vordergrund. Eine Pflege-WG verbindet das Zusammenleben mit ausdrücklich organisierter Pflege und Betreuung; der Name allein sagt jedoch nicht, welche Leistungen enthalten sind.
Was passiert bei steigendem Unterstützungsbedarf?
Fragen Sie vor dem Einzug, ob Sie bei höherem Bedarf bleiben können und welche zusätzliche Versorgung dann nötig ist. Prüfen Sie dazu die Verträge und klären Sie, wer Pflege organisiert und welche Mehrkosten entstehen.
Ist eine Pflege-WG günstiger als ein Pflegeheim?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Vergleichen Sie für beide Angebote Miete und Nebenkosten sowie Betreuung, Pflege und weitere Hilfen. Berücksichtigen Sie dabei die individuell zustehenden Leistungen.
Welche Zuschüsse gibt es für einen Umbau?
Bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 Euro bewilligen. Prüfen Sie Anspruch, Förderhöhe und weitere Programme vor einer Entscheidung bei den zuständigen Stellen, denn Förderbedingungen und Verfügbarkeit unterscheiden sich.


