Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.

Bei der Kurzzeitpflege lebt ein älterer Mensch vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung. Das kommt infrage, wenn die Versorgung zu Hause nicht möglich ist, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn pflegende Angehörige erkranken.

Über die Pflegeversicherung besteht ein regulärer Anspruch ab Pflegegrad 2. Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss, übernimmt aber nicht automatisch die gesamten Kosten.

Wann Kurzzeitpflege passt

Kurzzeitpflege kommt infrage, wenn die Pflege zu Hause vorübergehend nicht möglich ist oder nicht ausreicht. Das kann nach einer gesundheitlichen Verschlechterung der Fall sein, wenn eine Pflegeperson krank ist oder die Wohnung erst barrierefrei umgebaut werden muss. Nach einem Krankenhausaufenthalt kann Kurzzeitpflege die Zeit überbrücken, bis die Rückkehr nach Hause organisiert ist.

Bei der Kurzzeitpflege lebt die pflegebedürftige Person vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung. Bei der Tages- und Nachtpflege bleibt sie zu Hause und wird tagsüber oder nachts in einer Einrichtung betreut. Verhinderungspflege hilft, wenn die übliche Pflegeperson ausfällt. Seit Juli 2025 nutzen Kurzzeit- und Verhinderungspflege denselben jährlichen Geldbetrag.

Ältere Frau und Begleiterin betrachten gemeinsam ein Fotoalbum.
KI-generiertes Symbolbild

Wer Anspruch auf Kurzzeitpflege hat

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5 können Kurzzeitpflege über die Pflegeversicherung erhalten, wenn die Pflege zu Hause vorübergehend nicht möglich ist. Das gilt ebenso, wenn sie noch nicht geleistet werden kann. Auch wenn sie nicht ausreicht, besteht ein Anspruch. Der Anspruch besteht auch, wenn eine Betreuung in einer Einrichtung nur tagsüber, zum Beispiel in der Tagespflege, nicht ausreicht.

Bei Pflegegrad 1 besteht nach dieser Regelung kein regulärer Anspruch. Der monatliche Entlastungsbetrag, ein zusätzlicher Zuschuss, kann unter den geltenden Voraussetzungen trotzdem für Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Auch ohne Pflegegrad 2 bis 5 kann die Krankenkasse in bestimmten Fällen die Kosten übernehmen. Das kommt zum Beispiel bei einer schweren Krankheit oder einer akuten Verschlimmerung infrage, wenn die Krankenpflege zu Hause nicht ausreicht. Dafür gelten eigene Voraussetzungen.

Dauer und Zuschuss bei Kurzzeitpflege

Die Pflegeversicherung zahlt für Kurzzeitpflege höchstens acht Wochen pro Kalenderjahr. Der Aufenthalt kann kürzer sein oder sich auf mehrere Abschnitte verteilen.

Seit dem 1. Juli 2025 gibt es für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege einen gemeinsamen Jahresbetrag. Pflegebedürftige können selbst entscheiden, wie sie ihn auf die beiden Leistungen verteilen. Für jede Leistung gelten weiterhin die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen. Ist der Betrag für eine der Leistungen aufgebraucht, gibt es im selben Kalenderjahr daraus keine weiteren Zahlungen.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nicht nach dem Pflegegrad. Bei höherem Pflegebedarf reicht er deshalb möglicherweise weniger lang. Auch bei einem Anspruch von bis zu acht Wochen müssen Sie möglicherweise einen Teil der Kosten selbst tragen.

Welche Kosten übrig bleiben

Der Zuschuss bezahlt Pflege und Betreuung sowie medizinische Behandlungspflege bis zur verfügbaren Höchstsumme. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen Sie möglicherweise selbst tragen. Das gilt auch für Gebäude und Ausstattung der Einrichtung. Auch Pflege- und Betreuungskosten, die über den Zuschuss hinausgehen, können als Eigenanteil übrig bleiben.

Der Eigenanteil ist nicht überall gleich. Die Höhe des Eigenanteils richtet sich nach den Kosten der Einrichtung und der Dauer des Aufenthalts. Auch der Pflegebedarf spielt eine Rolle. Lassen Sie sich vor der Zusage erklären, welche Kosten vom gemeinsamen Jahresbetrag bezahlt werden und welche Sie selbst tragen müssen. Unter den geltenden Voraussetzungen können Sie den Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat ebenfalls für bestimmte Kosten der Kurzzeitpflege nutzen. Nicht genutzte Beträge können Sie ansparen.

Wenn Sie vor dem Aufenthalt Pflegegeld bekommen, wird es während der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen lang zur Hälfte weitergezahlt. Für den ersten und letzten Tag des Aufenthalts erhalten Sie jeweils das volle Pflegegeld.

Ältere Menschen bei einer gemeinsamen Gesprächsrunde am Tisch.
KI-generiertes Symbolbild

Kurzzeitpflegeplatz finden

Stellen Sie den Antrag möglichst vor dem Aufenthalt bei der Pflegekasse oder Ihrer privaten Pflegeversicherung. Wenn Sie den Aufenthalt planen können, beginnen Sie am besten mehrere Wochen vorher mit der Suche. Nach einem Krankenhausaufenthalt hilft oft der Sozialdienst des Krankenhauses bei der Organisation. Für die Leistung der Pflegeversicherung brauchen Sie grundsätzlich einen Platz in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung. Die Pflegekasse, die Krankenkasse oder ein Pflegestützpunkt kann Ihnen helfen, freie Plätze zu finden.

Klären Sie vorher, ob die Einrichtung die nötige Pflege und Behandlung leisten kann. Fragen Sie nach den voraussichtlichen Kosten und danach, welche Medikamente, Hilfsmittel und Informationen beim Wechsel aus dem Krankenhaus gebraucht werden. Besprechen Sie auch, wie die Rückkehr nach Hause und die weitere Versorgung vorbereitet werden.

Kurzzeitpflegeplätze und Verfügbarkeit

Einrichtungen bieten eigene Kurzzeitpflegeplätze oder freie Plätze in Pflegeheimen an, die auch Menschen dauerhaft betreuen. Bei solchen flexiblen Plätzen hängt es stärker von der aktuellen Belegung ab, ob ein Platz frei ist. Es gibt keine aktuellen bundesweiten Zahlen zu allen freien Plätzen und Wartezeiten.

Eine Untersuchung aus Baden-Württemberg fand höhere Kosten für eigens vorgesehene Kurzzeitpflegeplätze als für flexibel nutzbare Plätze in Pflegeheimen, die auch Dauerpflege anbieten. Bei den untersuchten Kostenpositionen lagen die Kosten rund 19 Prozent höher. Das Ergebnis gilt nur für die untersuchten Angebote und zeigt keinen allgemeinen Preisunterschied für ganz Deutschland. Lassen Sie sich deshalb immer ein konkretes Angebot geben.