Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.

Ein Seniorenpflegeheim bietet Menschen, die dauerhaft Unterstützung und Pflege benötigen, ein Zuhause, in dem Pflegekräfte vor Ort sind und die Bewohnerinnen und Bewohner meist in Einzel- oder Zweibettzimmern leben. Der Einzug kann Angehörige entlasten und die tägliche Versorgung sichern. Der Tagesablauf hängt davon ab, was die Einrichtung leisten kann.

Ob ein Pflegeheim passt, hängt neben dem Pflegebedarf auch von persönlichen Gewohnheiten, Privatsphäre, sozialen Kontakten und den monatlichen Kosten ab. Entscheidend ist, wie gut die Einrichtung diese Bedürfnisse im Alltag berücksichtigt.

Alltag im Pflegeheim

Pflegekräfte unterstützen und betreuen die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort. Dazu gehören je nach persönlichem Bedarf Hilfe bei der Körperpflege, beim Ankleiden oder beim Essen. Davon unterscheidet sich die medizinische Behandlungspflege, also eine ärztlich verordnete Pflegeleistung. Für sie gelten andere fachliche und rechtliche Anforderungen als für Hilfe im Haushalt oder allgemeine Betreuung.

Viele Einrichtungen bieten gemeinschaftlich genutzte Räume und organisierte Aktivitäten. Essenszeiten, Pflegeeinsätze und Veranstaltungen geben dem Tag einen festen Ablauf. Wie frei Bewohnerinnen und Bewohner ihren Gewohnheiten nachgehen können, hängt unter anderem von ihrem Unterstützungsbedarf und den Abläufen im Haus ab. Fragen Sie bei einem Besuch konkret nach, wann jemand aufstehen, essen oder Besuch empfangen kann.

Besuche sind laut Gesundheitsportal des Bundes grundsätzlich nicht an feste Besuchs- oder Schließzeiten gebunden. Klären Sie trotzdem, wie die Einrichtung Besuche im Alltag organisiert und wie Angehörige bei wichtigen Entscheidungen oder Veränderungen informiert werden.

Helle Wohnung mit freiem Weg und gemütlichen Sitzplätzen.
KI-generiertes Symbolbild

Pflege und Gemeinschaft im Pflegeheim

Ein Pflegeheim kommt vor allem dann infrage, wenn eine Person dauerhaft viel Hilfe braucht oder die Versorgung zu Hause nicht mehr ausreichend gesichert ist. Pflege zu Hause bleibt für viele Menschen eine passende Lösung: Ende 2023 wurden in Deutschland rund 86 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Ein Heimeinzug ist daher eine von mehreren Möglichkeiten, den Alltag mit Pflegebedarf zu gestalten.

Pflegekräfte sind vor Ort. Trotzdem bekommen Bewohnerinnen und Bewohner Hilfe nicht immer genau dann oder so, wie sie es sich wünschen. Fragen Sie deshalb, wie die Einrichtung auf individuelle Bedürfnisse eingeht und wer bei Problemen ansprechbar ist.

Gemeinschaftsräume und Gruppenangebote bieten Gelegenheit, andere zu treffen. Ob daraus regelmäßige Kontakte entstehen, hängt auch davon ab, ob die Angebote zu den Interessen und Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner passen. Bei der Besichtigung lohnt es sich, nach konkreten Aktivitäten zu fragen und zu beobachten, ob Menschen daran teilnehmen oder sich auch zurückziehen können.

Selbstbestimmung und Privatsphäre

Auch im Pflegeheim haben Bewohnerinnen und Bewohner Anspruch auf Selbstbestimmung, Privatheit und eine Pflege, die ihren Bedürfnissen entspricht. Die Pflege-Charta des Bundes beschreibt diese Rechte unter anderem für Tagesablauf, Essen, Pflege, persönliche Gewohnheiten und soziale Teilhabe. Sie gibt Orientierung für einen respektvollen Umgang mit pflegebedürftigen Menschen.

Im Alltag können Wünsche mit Pflegeanforderungen oder festen Abläufen kollidieren. Eine Person möchte beispielsweise später frühstücken, braucht aber zu einer bestimmten Zeit Unterstützung. Wie die Einrichtung solche Situationen löst, sagt viel über ihre Haltung aus. Fragen Sie, wie Pflegekräfte persönliche Gewohnheiten dokumentieren und was geschieht, wenn Bewohnerinnen und Bewohner eine angebotene Hilfe ablehnen.

Ein eigenes Zimmer, persönliche Möbel und ein abschließbarer Rückzugsort können die Privatsphäre stärken. Prüfen Sie vor dem Einzug, was im Zimmer verändert werden darf und welche persönlichen Gegenstände Platz finden. Klären Sie außerdem, wie die Einrichtung mit vertraulichen Gesprächen und dem Betreten des Zimmers umgeht.

Kontakte und Einsamkeit

Ein Leben in Gemeinschaft schützt nicht automatisch vor Einsamkeit. Eine Auswertung der Studie „Hohes Alter in Deutschland“ ergab, dass in den Erhebungen 2020 und 2021 rund 35 Prozent der befragten Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner angaben, sich einsam zu fühlen. Bei Befragten in Privathaushalten waren es knapp zehn Prozent. Die Erhebung fiel in die Corona-Pandemie, als Kontakte teilweise stark eingeschränkt waren. Außerdem können sich die Gruppen etwa bei Gesundheit, Partnerschaft und sozialem Umfeld unterscheiden.

Die Zahlen belegen daher nicht, dass ein Heimeinzug Einsamkeit verursacht, und sie beschreiben nicht zuverlässig die heutige Lage. Sie zeigen aber, dass ein voller Gemeinschaftsbereich nicht automatisch bedeutet, dass sich alle Menschen zugehörig fühlen. Wenn eine Person einzieht, helfen vertraute Besuche, persönliche Gegenstände und Angebote, die zu ihren Interessen passen. Fragen Sie, wie die Einrichtung Menschen einbezieht, die Gruppenangebote nicht nutzen möchten.

Ältere Nachbarn im begrünten Innenhof einer Wohnanlage.
KI-generiertes Symbolbild

Was ein Pflegeheim kostet

Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der pflegebedingten Kosten; Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten der Einrichtung kommen grundsätzlich hinzu. Deshalb deckt die Leistung der Pflegeversicherung die gesamte Heimrechnung nicht ab.

Bei Pflegegraden 2 bis 5 sinkt der pflegebedingte Eigenanteil durch einen Zuschlag. Je länger der Aufenthalt dauert, desto höher ist der Zuschlag: im ersten Jahr auf 15 Prozent, im zweiten auf 30 Prozent, im dritten auf 50 Prozent und ab dem vierten Jahr auf 75 Prozent. Diese Zuschüsse beziehen sich auf den pflegebedingten Eigenanteil. Sie verringern nicht pauschal Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.

Bei einem Vergleich sollten Sie den gesamten monatlichen Eigenanteil erfragen und schriftlich aufschlüsseln lassen. Die Kostenaufstellung sollte klar zeigen, welche Beträge auf Pflege, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionen entfallen. Durchschnittswerte oder Angaben aus einem anderen Jahr ersetzen keine aktuelle Berechnung der konkreten Einrichtung.

Die passende Einrichtung finden

Besuchen Sie nach Möglichkeit mehrere Häuser und vergleichen Sie dieselben Punkte. Achten Sie dabei besonders darauf, ob Sie sich ein realistisches Bild vom Alltag machen können: Wirken die Zimmer passend, sind Gemeinschaftsräume zugänglich, und können Bewohnerinnen und Bewohner eigene Gewohnheiten beibehalten? Fragen Sie auch, wie die Einrichtung Beschwerden aufnimmt und Angehörige einbezieht.

Diese Fragen helfen beim Vergleich:

  • Welche Alltagsangebote passen zu den Interessen der Person?
  • Können eigene Möbel mitgebracht und Zimmerwünsche berücksichtigt werden?
  • Wie hoch ist der vollständige Eigenanteil?
  • Wie informiert die Einrichtung Bewohnerinnen, Bewohner und Angehörige?
  • Ist das Haus für Angehörige und andere wichtige Kontaktpersonen gut erreichbar?

Lassen Sie sich vor der Unterschrift die Informationen geben, die die Einrichtung vor Vertragsabschluss bereitstellt, sowie die aktuelle Kostenaufstellung. Die Pflegekasse kann bei der Suche nach Einrichtungen und beim Vergleich von Angeboten unterstützen. Wenn eine Person nicht selbst entscheiden kann, sollten ihre bekannten Wünsche und Gewohnheiten so weit wie möglich berücksichtigt werden.