Zur allgemeinen Orientierung. Für Ihre persönliche Situation helfen Pflegeberatung und die zuständigen Fachstellen weiter.
Wenn Sie Ihr Wohnen im Alter planen, betrachten Sie Ihre Wohnung, die Wege in der Umgebung, mögliche Hilfe und die Kosten gemeinsam. Wichtig ist, ob Sie Ihren Alltag nach Ihren Wünschen gestalten können, auch wenn Sie sich später schlechter bewegen oder weniger selbst erledigen können. Prüfen Sie deshalb, ob Sie sicher zum Einkauf und zur Arztpraxis kommen und wer Ihnen im Haushalt hilft oder Pflege übernimmt.
Wenn Sie früh verschiedene Möglichkeiten prüfen, bleibt mehr Zeit für eine Entscheidung nach Ihren Wünschen. Sie müssen deshalb nicht sofort umbauen oder umziehen. Später reichen vielleicht einzelne Änderungen, etwa Haltegriffe oder ein Zugang ohne Stufen. In anderen Fällen ist eine Wohnung mit besser erreichbaren Zielen auf Dauer passender.
Vergleichen Sie mindestens zwei konkrete Möglichkeiten, zum Beispiel den Umbau Ihrer jetzigen Wohnung und den Umzug in eine gut angebundene Wohnung. Prüfen Sie für jede Möglichkeit, welche Hindernisse im Alltag verschwinden, welche einmaligen und monatlichen Kosten anfallen und welche Hilfe vor Ort verfügbar ist. Überlegen Sie auch, was passiert, wenn Sie regelmäßig Hilfe brauchen oder mehr Pflege benötigen. So können Sie besser einschätzen, ob die Lösung auch bei verändertem Bedarf passt.
Warum früh planen hilft
Wenn Sie Ihre Wohnsituation prüfen, bevor gesundheitliche Veränderungen, mehr Pflegebedarf oder der Ausfall einer helfenden Person Sie zum Handeln zwingen, bleibt Zeit für einen ruhigen Vergleich. Sie können Ihre Wünsche einbeziehen, mögliche Lösungen kennenlernen und rechtzeitig Beratung oder Hilfe organisieren.
Der Sozialbericht 2024 rät dazu, die Wohnung schon vor dem hohen Alter auf mögliche Veränderungen vorzubereiten. Er nennt kein bestimmtes Alter für den Beginn der Planung. Mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft zu einem Umzug. Ein Umzug kann außerdem vertraute Kontakte, gewohnte Wege und die finanzielle Lage belasten. Prüfen Sie einen Umzug daher früh, wenn Sie noch ohne Zeitdruck entscheiden können.
Im vertrauten Zuhause zu bleiben, kann ebenso passen wie der Umzug in eine besser geeignete Wohnung. Maßgeblich ist, ob die Lösung den Alltag erleichtert und eigene Entscheidungen ermöglicht. Das kann bedeuten, die bestehende Wohnung anzupassen, in eine barriereärmere Wohnung zu ziehen oder später eine andere Wohnform zu wählen. Der Verbleib in einer bestimmten Immobilie ist kein Ziel um jeden Preis.

Wohnung und Umfeld prüfen
Prüfen Sie die Wege, die Sie im Alltag nutzen: vom Gehweg bis in die Wohnung, zwischen den häufig genutzten Räumen und zu Geschäften, Arztpraxis und Haltestelle. Ein Aufzug hilft nur, wenn Sie ihn ohne Stufen erreichen und die Türen breit genug für Ihre Gehhilfe sind.
Probieren Sie typische Wege in der Wohnung aus: vom Bett zur Toilette, mit dem Einkauf in die Küche und den Weg in die Dusche. Achten Sie auf Stufen und Schwellen, die Breite der Türen und genug Platz zum Wenden. Prüfen Sie auch, ob Sie Bad und Toilette gut erreichen. Nehmen Sie Ihren Rollator, Rollstuhl oder andere Hilfsmittel mit, wenn Sie diese nutzen. Entscheidend ist, ob die Wohnung im Alltag funktioniert.
Auch die Umgebung beeinflusst, wie selbstständig Sie leben können. Gehen Sie selbst zu den Lebensmittelgeschäften, Arztpraxen, Apotheken und wichtigen Kontakten, die Sie regelmäßig besuchen. Prüfen Sie beim Nahverkehr den Weg zur Haltestelle, die Fahrpläne, nötige Umstiege und die tatsächliche Fahrzeit.
Konkrete Merkmale statt Etiketten
„Barrierearm“ und „barrierefrei“ haben keine einheitlich festgelegte Bedeutung. Prüfen Sie deshalb selbst, ob der Zugang ohne Stufen ist, wie breit die Türen sind und ob Sie Bad und Dusche ohne Hindernisse nutzen können. Verlassen Sie sich nicht allein auf eine Anzeige oder ein Exposé.
Laut einer DZA-Auswertung für 2023 erfüllten 5,6 Prozent der Wohnungen von Menschen ab 65 Jahren alle dort geprüften Kriterien. Dazu zählten unter anderem stufenlose Zugänge zur Wohnung und zu den Räumen, ein geeigneter Zugang zum Sanitärraum und eine bodengleiche Dusche. Die Zahl beruht auf Angaben zu bewohnten Wohnungen und ist keine technische Prüfung des gesamten Wohnungsbestands.
In derselben Auswertung bewerteten 78,5 Prozent die ärztliche und pharmazeutische Versorgung im Wohnumfeld als ausreichend. 69,3 Prozent fanden die Nahverkehrsanbindung gut. Diese Werte beruhen auf persönlichen Einschätzungen, nicht auf Messungen von Entfernungen oder Fahrzeiten.
Stolperstellen gezielt verringern
Bessere Beleuchtung, das Entfernen konkreter Stolperstellen sowie Anpassungen an Zugängen und im Bad erleichtern die Nutzung der Wohnung. Ein Cochrane-Review von 2023 wertete 22 Studien mit 8.463 Teilnehmenden aus. Bei gezielt ausgewählten älteren Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko lag die Sturzrate durch Programme zur Verringerung häuslicher Sturzgefahren im Mittel etwa 38 Prozent niedriger.
Eine niedrigere Sturzrate sagt nicht aus, dass genauso viele Menschen weniger stürzen oder schwere Verletzungen erleiden. Die Ergebnisse belegen auch nicht, dass jeder Umbau Stürze verhindert. Eine Wohnberatungsstelle oder eine qualifizierte Fachperson kann Hindernisse in Ihrer Wohnung erkennen und passende bauliche Änderungen empfehlen.
Wohnformen passend auswählen
Wählen Sie eine Wohnform, die zu Ihrem Alltag und zu der Hilfe passt, auf die Sie sich verlassen können. Vergleichen Sie konkrete Angebote und ihre monatlichen Kosten. Klären Sie früh, welche Möglichkeiten es gibt, wenn Sie mehr Unterstützung brauchen.
| Wohnform | Alltag und Unterstützung | Laufende Kosten und steigender Bedarf |
|---|---|---|
| Bestehende Wohnung anpassen | Vertraute Wege, Nachbarschaft und Kontakte bleiben erhalten. | Miete oder andere Wohnkosten laufen weiter. Hinzu kommen Umbauten und gegebenenfalls Hilfe im Alltag. Prüfen Sie, ob sich Schwellen, Bad oder Zugang technisch und finanziell sinnvoll anpassen lassen. |
| In eine passendere Wohnung ziehen | Ein stufenloser Zugang, kurze Wege zu Einkaufsmöglichkeiten oder eine günstigere Lage erleichtern den Alltag. | Vergleichen Sie die tatsächliche Warmmiete einschließlich Nebenkosten. Klären Sie, ob die Wohnung auch bei künftigem Hilfebedarf geeignet bleibt. |
| Servicewohnen oder Betreutes Wohnen | Sie wohnen in einer eigenen Wohnung und buchen vereinbarte Dienstleistungen hinzu. | Neben der Miete fallen häufig eine Grundpauschale und Kosten für einzelne Leistungen an. Der Name des Angebots legt den Leistungsumfang nicht fest. |
| Gemeinschaftliches oder Mehrgenerationenwohnen | Gemeinsame Räume und Mitgestaltung schaffen Gelegenheiten für Begegnung. | Klären Sie Beiträge, laufende Kosten und Erwartungen an das Zusammenleben. Regelmäßige Hilfe oder Schutz vor Einsamkeit sind dadurch nicht gesichert. |
| Ambulant betreute Wohngemeinschaft | Mehrere Menschen wohnen zusammen; Pflege und Betreuung werden für die Bewohnerinnen und Bewohner organisiert. | Fragen Sie, wer Pflege, Betreuung und Vertretung übernimmt und wie sich die Kosten bei verändertem Bedarf entwickeln. |
| Stationäre Pflegeeinrichtung | Die Einrichtung organisiert Wohnen, Pflege und Betreuung. | Lassen Sie Pflege, Unterkunft, Verpflegung und weitere Kosten getrennt ausweisen. Klären Sie, ob die Einrichtung den benötigten Unterstützungsumfang dauerhaft leisten kann. |
Leistungen vertraglich prüfen
Beim Servicewohnen entscheidet der Vertrag, welche Hilfe Sie erhalten. Fragen Sie, welche Leistungen in der Grundpauschale enthalten sind und wofür Sie extra zahlen. Klären Sie, wann eine Ansprechperson vor Ort ist, wie Sie im Notfall Hilfe rufen und wer dann tatsächlich zu Ihnen kommt.
Lesen Sie auch die Regelungen zu Preiserhöhungen, Kündigung und einem Wechsel des Anbieters. Wichtig ist außerdem, welche Lösung vorgesehen ist, wenn regelmäßig mehr Hilfe oder umfassende Pflege erforderlich wird. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich der Leistungsumfang je nach Angebot deutlich unterscheidet.
Die DIN 77800:2024-12 formuliert freiwillige Qualitätsanforderungen für Servicewohnen. Sie verpflichtet einen Anbieter nicht zu einer umfassenden Versorgung. Entscheidend sind der konkrete Alltag, die schriftlich vereinbarten Leistungen, die laufenden Kosten und die Regelung für einen späteren höheren Hilfebedarf.
Umbau und Umzug vergleichen
Vergleichen Sie konkrete Angebote: zum Beispiel einen Umbau mit schriftlichem Kostenvoranschlag und eine Wohnung, die Sie besichtigt haben und deren Warmmiete feststeht. Stellen Sie zu beiden Möglichkeiten dieselben Fragen.
| Prüffrage | Umbau der jetzigen Wohnung | Umzug in eine andere Wohnung |
|---|---|---|
| Welche Hindernisse verschwinden? | Werden Stufen am Eingang, enge Durchgänge oder Probleme im Bad beseitigt? | Sind Eingang, Türen, Bad und Wege mit den benötigten Hilfsmitteln nutzbar? |
| Was bleibt schwierig? | Bleiben Treppen im Haus oder lange Wege zu Einkauf und Nahverkehr? | Fehlen vertraute Wege, Nachbarschaft oder wichtige Kontakte? |
| Wie gut passt die Lage zum Alltag? | Sind Einkauf, Arztpraxis, Haltestellen und soziale Kontakte erreichbar? | Wie weit entfernt sind diese Ziele und wie gut lassen sie sich erreichen? |
| Wer hilft im Alltag? | Wer übernimmt Haushalt, Besorgungen und Betreuung? | Welche Unterstützung ist am neuen Wohnort verlässlich erreichbar? |
Prüfen Sie beide Möglichkeiten für drei Fälle: Sie wohnen selbstständig, Sie brauchen regelmäßig Hilfe im Alltag oder Sie benötigen deutlich mehr Pflege oder Betreuung. Überlegen Sie auch, was passiert, wenn eine Person ausfällt, die Sie bisher unterstützt. Klären Sie, wer dann im Haushalt hilft, einkauft oder notwendige Betreuung übernimmt und wie Ersatz organisiert wird.
Berücksichtigen Sie persönliche Prioritäten: den gewünschten Wohnort, eine Partnerschaft, Haustiere, den Freundeskreis und Angebote für Begegnung oder Unterstützung. Keine Lösung muss in allen Punkten gleich gut sein. Entscheidend ist, welche Nachteile zu Ihren Prioritäten passen und ob bei wachsendem Bedarf ein realistischer nächster Schritt bleibt.
Entscheidung festhalten
Listen Sie für beide Möglichkeiten einmalige Ausgaben und monatliche Kosten getrennt auf. Berücksichtigen Sie beim Umbau auch mögliche Folgekosten. Beim Umzug zählen die Kaution, die Umzugskosten und mögliche Monate, in denen Sie für beide Wohnungen Miete zahlen. Klären Sie, welche Finanzierung oder Unterstützung bereits verbindlich zugesagt ist.
Legen Sie einen Anlass für eine erneute Prüfung fest, etwa wenn Treppen nicht mehr sicher zu bewältigen sind oder bisherige Hilfe wegfällt. Notieren Sie auch, wer dann die nächsten Schritte organisiert. So bleibt die Entscheidung an Ihre tatsächliche Lebenssituation anpassbar.
Häufige Fragen
Muss ich mich schon jetzt für Umbau oder Umzug entscheiden?
Nein. Zunächst reichen Kostenvoranschläge, Wohnungsbesichtigungen und eine Prüfung von Kosten und Unterstützung. Eine schnelle Entscheidung ist nur nötig, wenn Fristen laufen oder ein akuter Bedarf besteht.
Kann ich bei höherem Pflegebedarf in der eigenen Wohnung bleiben?
Das hängt davon ab, ob die Wohnung weiterhin nutzbar ist und Pflege oder Betreuung verlässlich erreichbar sind. Prüfen Sie daher bauliche Hindernisse und zugleich, wer die nötige Hilfe tatsächlich leisten kann.

Kosten und Förderung klären
Listen Sie einmalige Ausgaben und monatliche Kosten getrennt auf. Einmalig zahlen Sie zum Beispiel für Beratung, Planung, Umbau oder Umzug. Monatlich fallen etwa Miete, Energie, Instandhaltung und mögliche Servicepauschalen an. Je nach Bedarf kommen Kosten für Haushaltshilfe, Betreuung, Pflege oder Fahrdienste hinzu. Legen Sie Geld zurück, falls sich Ihre Gesundheit oder Ihr Hilfebedarf verändert.
Bei Pflegegrad 1 bis 5 fördert die Pflegekasse auf Antrag geeignete Änderungen an der Wohnung mit bis zu 4.180 Euro. Die Änderung muss die Pflege zu Hause ermöglichen oder erleichtern oder Ihnen helfen, wieder selbstständiger zu leben. Ihr Alter allein reicht für einen Zuschuss nicht aus. Wenn mehrere anspruchsberechtigte Personen zusammenleben, sind zusammen bis zu 16.720 Euro möglich. Einen weiteren Zuschuss gibt es nur, wenn sich die Pflegesituation verändert hat und deshalb neue Änderungen nötig sind. Die Pflegekasse prüft im Einzelfall, ob Sie Anspruch haben und die Voraussetzungen erfüllen.
Seit dem 31. Juli 2026 nimmt die KfW keine neuen Anträge für den Zuschuss 455-B an. Eine andere Möglichkeit ist der KfW-Kredit 159. Dabei handelt es sich um ein rückzahlbares Darlehen von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Beantragen Sie den Kredit über einen Finanzierungspartner, bevor Sie die wichtigen Liefer- und Leistungsverträge abschließen. Prüfen Sie kurz vor Ihrer Entscheidung noch einmal die Förderbedingungen und Kreditkonditionen. Fragen Sie vor der Beauftragung auch nach, ob Sie Förderungen für verschiedene Maßnahmen miteinander verbinden dürfen.
Bei selbst genutztem Wohneigentum kann ein Wohngeld-Lastenzuschuss infrage kommen. Die zuständige Wohngeldbehörde prüft Einkommen, Haushaltsgröße und Wohnkosten.
Mietwohnung vor dem Umbau klären
Nach § 554 BGB kann ein Anspruch auf Zustimmung zu baulichen Veränderungen bestehen, die Menschen mit Behinderungen dienen. Das Gesetz berücksichtigt dabei auch die Interessen des Vermieters und anderer Hausbewohner. Die Zustimmung verpflichtet den Vermieter nicht, den Umbau zu bezahlen.
Halten Sie vor Beginn der Arbeiten schriftlich fest, welche Maßnahme erlaubt ist, wer sie ausführt und bezahlt, ob eine Sicherheitsleistung fällig wird und ob beim Auszug ein Rückbau nötig ist. In einer Eigentumswohnung müssen außerdem Zuständigkeiten und erforderliche Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft geklärt sein.
Auch bei stationärer Pflege bleiben Eigenanteile relevant. Lassen Sie Pflegekosten, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten getrennt ausweisen. Ein Durchschnittswert ersetzt kein konkretes Angebot.
Das Wichtigste zur Finanzierung
- Planen Sie Umbaukosten, laufende Wohnkosten, Unterstützungsleistungen und eine Reserve getrennt.
- Beantragen Sie Förderungen vor der Beauftragung und klären Sie mögliche Kombinationen mit den zuständigen Stellen.
- Vereinbaren Sie Umbauten in Mietwohnungen schriftlich und prüfen Sie bei Eigentum erforderliche Beschlüsse.
Häufige Fragen
Gibt es den Zuschuss der Pflegekasse automatisch?
Nein. Die Pflegekasse prüft, ob Pflegegrad, Maßnahme und persönliche Situation die Voraussetzungen erfüllen. Stellen Sie den Antrag vor Beginn der Arbeiten.
Wer bezahlt den Umbau in einer Mietwohnung?
Die Zustimmung des Vermieters regelt zunächst die Erlaubnis. Wer die Kosten trägt, eine Sicherheitsleistung stellt oder später zurückbaut, muss gesondert vereinbart werden.
Hilfe und Technik organisieren
Planen Sie Hilfe anhand der Aufgaben und Zeiten, zu denen Sie sie brauchen. Notieren Sie, wobei Sie Unterstützung benötigen und wer sie zuverlässig übernimmt. Hilfe im Haushalt, Begleitung im Alltag und Pflege sind verschiedene Leistungen. Medizinische Pflege, etwa das Vorbereiten oder Verabreichen bestimmter Medikamente, muss eine fachkundige Person übernehmen. Klären Sie auch, wer einspringt, wenn eine angehörige oder andere helfende Person ausfällt.
Pflegekassen und Pflegestützpunkte beraten zu Pflegeleistungen und möglichen Hilfen. Wer Pflegeleistungen beantragt, erhält von der Pflegekasse innerhalb von zwei Wochen ein Beratungsangebot. Die Beratung hilft dabei, den Unterstützungsbedarf einzuordnen und nächste Schritte zu planen. Sie ersetzt keine Prüfung, ob die Wohnung baulich geeignet ist. Das Bundesgesundheitsministerium informiert zur Pflegeberatung.
Technik auf ihren Zweck prüfen
Ein Hausnotruf, bessere Beleuchtung sowie Wasser- oder Sturzmelder sind sinnvoll, wenn sie ein konkretes Alltagsproblem lösen. Klären Sie vor dem Kauf, wer den Alarm erhält und wie diese Person Hilfe organisiert. Fragen Sie auch, was bei einem Strom- oder Netzausfall passiert, welche monatlichen Kosten anfallen und wer gespeicherte Daten sehen darf. Mit einem Probealarm können Sie prüfen, ob der Alarm ankommt und im Notfall Hilfe folgt.
Technik ergänzt persönliche Unterstützung, Betreuung und Pflege. Die Förderfähigkeit eines Geräts belegt keinen gesundheitlichen Nutzen. Ein technisches System verhindert keine Pflegebedürftigkeit und ersetzt keine regelmäßige Hilfe, wenn diese erforderlich ist.
Die nächsten Schritte
Sie müssen sich nicht sofort für einen Umbau oder Umzug entscheiden. Notieren Sie zuerst, was Ihnen wichtig ist und welche Hindernisse Ihren Alltag erschweren. Diese Schritte helfen Ihnen bei der Planung. Sie sind kein wissenschaftlich geprüftes Bewertungsverfahren.
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Wünsche ordnen: Was soll unbedingt erhalten bleiben? Was wäre wünschenswert? Worauf könnten Sie verzichten? Dazu gehören etwa der Wohnort, die Nähe zu vertrauten Menschen oder ein Haustier.
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Wege prüfen: Gehen Sie die wichtigsten Wege in der Wohnung und im Umfeld ab. Notieren Sie Stufen, enge Durchgänge, fehlende Sitzmöglichkeiten oder lange Wege, die den Alltag erschweren.
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Zwei Möglichkeiten vergleichen: Holen Sie für einen notwendigen Umbau fachkundige Beratung und belastbare Angebote ein. Stellen Sie diesen Kosten eine konkrete Wohnalternative gegenüber, einschließlich der tatsächlichen Warmmiete und möglicher Umzugskosten.
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Vorher klären: Prüfen Sie Fördermöglichkeiten, die Zustimmung des Vermieters und erforderliche Genehmigungen, bevor Sie Arbeiten beauftragen oder verbindliche Verträge abschließen.
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Erneute Prüfung festlegen: Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt, an dem Sie die Entscheidung noch einmal prüfen. Überprüfen Sie sie früher, wenn sich Gesundheit, Mobilität, Haushaltsgröße, Einkommen oder verfügbare Unterstützung deutlich verändern.
So bleibt die Planung an Ihren Alltag gebunden und lässt sich an neue Bedingungen anpassen.
Häufige Fragen zum Wohnen
Ab welchem Alter sollte ich planen?
Ein allgemeines Startalter gibt es nicht. Wer Wohnmöglichkeiten früh prüft, hat Zeit, Lösungen zu vergleichen und selbstbestimmt zu entscheiden. Das verpflichtet weder zu einem Umbau noch zu einem Umzug. Der Sozialbericht 2024 empfiehlt, die Wohnsituation schon vor dem hohen Alter auf mögliche Veränderungen vorzubereiten.
Ist barrierearm dasselbe wie barrierefrei?
Nein. Die Begriffe beruhen nicht immer auf denselben Kriterien. Entscheidend sind die Merkmale der Wohnung und die eigenen Anforderungen: etwa ein stufenloser Zugang, ausreichend breite Türen sowie ein gut erreichbares Bad mit Dusche. Auch Hilfsmittel wie Rollator oder Rollstuhl müssen in die Planung einfließen. Die DZA-Auswertung zeigt, dass Untersuchungen unterschiedliche Wohnmerkmale erfassen.
Bedeutet Betreutes Wohnen Betreuung rund um die Uhr?
Nein. Der Name des Angebots sagt nichts Verlässliches über den Umfang der Hilfe aus. Im Vertrag sollte stehen, welche Leistungen enthalten sind, wann eine Ansprechperson erreichbar ist und was zusätzliche Unterstützung kostet. Klären Sie auch, was bei wachsendem Pflegebedarf geschieht, wie die Verbraucherzentrale empfiehlt.
Welche Zuschüsse gibt es für einen Umbau?
Bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse Maßnahmen fördern, die das Wohnen zu Hause erleichtern. Dazu zählen je nach Bedarf etwa eine bodengleiche Dusche oder eine Rampe. Der Zuschuss setzt einen Antrag voraus; die Pflegekasse prüft die Maßnahme. Das Bundesgesundheitsministerium informiert über die Förderung. Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31. Juli 2026 für neue Anträge geschlossen. Prüfen Sie den Förderstatus vor einer Beauftragung erneut.
Darf ich eine Mietwohnung umbauen?
Klären Sie die Zustimmung des Vermieters vor Beginn der Arbeiten. § 554 BGB gibt Mieterinnen und Mietern unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Erlaubnis für bauliche Veränderungen zur Barriereverringerung. Die Kosten trägt der Vermieter dadurch nicht automatisch.
Wer hilft bei der Planung?
Pflegekassen und Pflegestützpunkte beraten zu Pflegeleistungen. Für Umbauten helfen Wohnberatungsstellen sowie qualifizierte Fachpersonen, etwa aus Architektur oder Handwerk. Informationen zu Beratungsangeboten bietet die Pflegeberatung des Bundesgesundheitsministeriums.
Wohnen im Alter planen
- Prüfen Sie Ihre Möglichkeiten frühzeitig: Ein festes Startalter gibt es nicht. Frühe Planung verschafft Zeit für Entscheidungen, ohne dass Sie sofort umbauen oder umziehen müssen.
- Beurteilen Sie Wohnung und Umfeld gemeinsam: Gehen Sie wichtige Alltagswege mit den benötigten Hilfsmitteln ab und prüfen Sie die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Nahverkehr und sozialen Kontakten.
- Vergleichen Sie mindestens zwei konkrete Wohnlösungen: Stellen Sie etwa einen Umbau mit Kostenvoranschlag einer passenden Wohnung mit tatsächlicher Warmmiete gegenüber. Prüfen Sie bei beiden, welche Hilfe verfügbar ist und was bei steigendem Pflegebedarf geschieht.
- Klären Sie Verträge, Kosten und Förderung vor der Beauftragung: Prüfen Sie bei Servicewohnen genau, welche Leistungen enthalten sind. Förderbedingungen, Vermieterzustimmung und mögliche Zusatzkosten müssen geklärt sein, bevor Sie Verträge abschließen oder Arbeiten beauftragen.
FAQ
Ab welchem Alter sollte ich mein Wohnen im Alter planen?
Ein allgemeines Startalter gibt es nicht. Wer Wohnmöglichkeiten prüft, bevor eine akute Veränderung Entscheidungen erzwingt, hat mehr Zeit, Umbau, Umzug und Unterstützung in Ruhe abzuwägen.
Wie prüfe ich, ob meine Wohnung im Alltag passt?
Gehen Sie typische Wege ab: vom Hauseingang bis zur Wohnung, vom Bett zur Toilette und vom Einkauf in die Küche. Beziehen Sie benötigte Gehhilfen ein und prüfen Sie auch, ob Geschäfte, Arztpraxen, Apotheken und Haltestellen erreichbar sind.
Sind barrierearm und barrierefrei dasselbe?
Nein. Die Begriffe werden nicht immer nach denselben Kriterien verwendet. Entscheidend ist, ob konkrete Merkmale wie stufenlose Zugänge, nutzbare Türen und eine geeignete Dusche zu Ihren Bedürfnissen passen.
Bedeutet Betreutes Wohnen Hilfe rund um die Uhr?
Nein. Der Name garantiert keine Betreuung oder Pflege zu jeder Tageszeit. Prüfen Sie im Vertrag, welche Leistungen in der Grundpauschale enthalten sind, wann eine Ansprechperson erreichbar ist und wer bei einem Notruf tatsächlich Hilfe leistet.
Welche Unterstützung gibt es für einen altersgerechten Umbau?
Bei Pflegegrad 1 bis 5 kann die Pflegekasse auf Antrag geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds mit bis zu 4.180 Euro bezuschussen. Stellen Sie den Antrag vor Beginn der Arbeiten. Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit dem 31. Juli 2026 für neue Anträge geschlossen; der KfW-Kredit 159 ist eine andere, rückzahlbare Finanzierungsmöglichkeit.
Darf ich eine Mietwohnung für meine Bedürfnisse umbauen?
Klären Sie den Umbau vor Beginn schriftlich mit dem Vermieter. Das Gesetz sieht unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Erlaubnis für behinderungsbedingte bauliche Veränderungen vor, verpflichtet den Vermieter aber nicht allgemein, die Kosten zu tragen.
Was mache ich, wenn sich mein Unterstützungsbedarf deutlich erhöht?
Prüfen Sie, ob die Wohnung weiterhin sicher nutzbar ist und ob verlässliche Hilfe für Haushalt, Alltag und Pflege verfügbar ist. Besprechen Sie mögliche Leistungen mit der Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt. Überlegen Sie zugleich, welche Wohnform bei weiter steigendem Bedarf infrage kommt.
Was passiert, wenn die Person ausfällt, die mich bisher unterstützt?
Planen Sie eine Vertretung für wichtige Aufgaben wie Besorgungen, Haushalt und notwendige Betreuung. Klären Sie vorab, welche Dienste einspringen können und wie Sie sie erreichen, damit die Versorgung nicht allein von einer Person abhängt.



